Die Prognosen für KI-Investitionen brechen alle Rekorde. Parallel dazu wächst der politische Druck auf Nvidia in Washington. Zwischen gigantischen Wachstumschancen und neuen Exportrisiken klafft die Stimmung der Anleger weit auseinander.
Politischer Gegenwind in Washington
Trotz der starken Nachfrage gerät die Bewertung der Aktie unter Druck. Auslöser sind politische Spannungen zwischen dem Unternehmen und dem US-Senatsausschuss für Bankwesen. CEO Jensen Huang lehnte kürzlich eine Einladung zu einer Anhörung ab und antwortete lediglich schriftlich.
Das sorgt für Unruhe. Beobachter fürchten nun strengere Exportkontrollen für den chinesischen Markt. Analysten sprechen bereits von einem politischen Abschlag beim Aktienkurs. Immerhin stehen mehr als 20 Prozent der erwarteten Rechenzentrums-Umsätze für das kommende Geschäftsjahr auf dem Spiel.
Die Wall Street blickt indes äußerst optimistisch auf den Ausbau der KI-Infrastruktur. Analysten von Goldman Sachs hoben ihre Prognosen für die Investitionen der großen Tech-Konzerne massiv an. Bis 2027 rechnen die Experten mit Ausgaben von rund 1,1 Billionen US-Dollar.
Das übertrifft die bisherigen Markterwartungen deutlich. Im besten Fall könnten die Investitionen sogar auf 1,4 Billionen US-Dollar klettern. Nvidia profitiert als führender Anbieter von Grafikprozessoren direkt von diesem massiven Ausbau.
Anleger blicken auf die Hauptversammlung
Am Markt notiert die Nvidia-Aktie aktuell bei gut 182 Euro. Damit verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein zweistelliges Plus. Der Kurs hält sich stabil über seiner langfristigen Durchschnittslinie.
Große Investoren nutzen die aktuelle Phase offenbar zum Einstieg. So stockte Nicolet Advisory Services seine Position zuletzt um fast 20 Prozent auf. Der Vermögensverwalter hält nun mehr als 117.000 Anteile.
Der nächste wichtige Termin für Aktionäre steht bereits fest. Am 24. Juni findet die virtuelle Hauptversammlung statt. Dort stimmt das Management über die Vorstandsvergütung und anstehende Wahlen ab. Kurzfristig dürfte jedoch der Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch die Richtung für den Gesamtmarkt vorgeben.
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