Der US-Stahlkonzern Nucor hat am Dienstag mit seinen Ergebnissen für das zweite Quartal die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen. Gestützt auf eine Rekordnachfrage und operative Verbesserungen verzeichnete das Unternehmen einen massiven Gewinnsprung gegenüber dem Vorjahr. Anleger reagierten euphorisch auf die Zahlen: Die Aktie notiert heute bei 231,20 Euro und verzeichnet damit ein Plus von 7,24 Prozent.
Stahlriese verzeichnet Gewinnverdopplung
Nucor erwirtschaftete in den drei Monaten bis Ende Juni einen Nettogewinn von 1,16 Milliarden US-Dollar, was einem verwässerten Ergebnis von 5,04 US-Dollar je Aktie entspricht. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei 603 Millionen US-Dollar gelegen. Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie, das Sondereffekte ausklammert, übertraf mit 4,84 US-Dollar den Konsens der Analysten, die im Schnitt mit etwa 4,46 US-Dollar gerechnet hatten. Der Umsatz kletterte auf 10,40 Milliarden US-Dollar und lag damit ebenfalls über den Markterwartungen von rund 10,15 Milliarden US-Dollar.
Hinter diesem Wachstum stehen insbesondere die starken Leistungen der Stahlwerke. Das Segment profitierte von einer Kombination aus höheren durchschnittlichen Verkaufspreisen und gesteigerten Absatzmengen. Insgesamt lieferte Nucor im zweiten Quartal 7,1 Millionen Tonnen Stahl an externe Kunden aus — ein neuer historischer Bestwert für das Unternehmen. Die Profitabilität wurde zudem durch eine Erstattung bei den Rohstoffkosten in Höhe von 130 Millionen US-Dollar begünstigt.
Operative Stärke und Investitionen
Die heutige Kursentwicklung bringt das Papier mit einem aktuellen Stand von 231,20 Euro nah an das 52-Wochen-Hoch von 235,50 Euro heran. Dieser Aufwärtstrend wird durch eine solide Bilanz und eine aktionärsfreundliche Kapitalallokation untermauert. Nucor gab im abgelaufenen Quartal rund 479 Millionen US-Dollar an seine Anteilseigner zurück. Davon entfielen 350 Millionen US-Dollar auf Aktienrückkäufe und etwa 129 Millionen US-Dollar auf die Dividendenzahlung von 0,56 US-Dollar je Aktie.
Parallel dazu treibt der Konzern seine langfristigen Expansionspläne voran. Der Bau des neuen, rund 4 Milliarden US-Dollar teuren Blechwalzwerks in Apple Grove, West Virginia, schreitet weiter voran. Die Fertigstellung der Anlage wird für das späte Jahr 2026 erwartet. CEO Leon Topalian verwies im Zuge der Ergebnismeldung auf die anhaltend hohen Investitionen innerhalb der US-Wirtschaft sowie auf eine unterstützende Handelspolitik als wesentliche Treiber für das Geschäftsumfeld.
Optimistischer Ausblick für das dritte Quartal
Trotz der bereits erreichten Rekordmarken zeigt sich das Management für die nahe Zukunft optimistisch. Für das dritte Quartal 2026 prognostiziert Nucor ein nochmals höheres konsolidiertes Ergebnis. Während die Erträge im Rohstoffsegment aufgrund geringerer Margen leicht zurückgehen könnten, erwartet das Unternehmen in den Sparten Stahlwerke und Stahlprodukte eine weitere Steigerung der Profitabilität.
Die Analysten bewerten die aktuelle Lage überwiegend positiv. Die Experten der Bank of America bestätigten ihr Kaufurteil und setzen ein Kursziel von 280 US-Dollar. Auch die Analysten von Barclays zeigen sich zuversichtlich und rufen ein Ziel von 272 US-Dollar auf. Sie heben dabei insbesondere den deutlichen Rückgang des Marktanteils von Importstahl in den USA hervor, der im ersten Halbjahr auf 16 Prozent sank, nachdem er in den Vorjahren noch deutlich über 20 Prozent gelegen hatte. Dies verschafft heimischen Produzenten zusätzlichen Spielraum bei Preisen und Volumina.
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