Novo Nordisk steuert auf eine entscheidende Woche zu. Am 5. August legt der dänische Pharmakonzern seine Zahlen zum zweiten Quartal vor. Bis dahin muss sich das Unternehmen gegen einen Rivalen behaupten, der gerade mit starken Studiendaten Aufsehen erregt.
Eli Lilly hat am 24. Juli neue Ergebnisse zu seinem Wirkstoff Retatrutide vorgelegt. Der sogenannte Triple-G-Agonist erreichte in zwei weiteren Phase-III-Studien (TRIUMPH-2 und TRIUMPH-3) die primären Endpunkte. Probanden mit Adipositas und Typ-2-Diabetes verloren dabei deutlich an Gewicht. Für den Wettbewerb im Cardiometabolic-Segment setzt das einen neuen Maßstab.
Novo kontert mit Zulassungen
Novo Nordisk steht damit unter Zugzwang. Der Konzern muss zeigen, dass die eigene Pipeline mithalten kann.
Zwei Trümpfe hat Novo bereits ausgespielt. Die EU-Kommission genehmigte am 15. Juli die Wegovy-Tablette. Damit hat Europa das erste orale GLP-1-Präparat gegen Übergewicht. Zusätzlich hat der Konzern eine höhere Wegovy-Dosis mit 7,2 Milligramm zugelassen bekommen. Beide Neuerungen sollen als Gegengewicht zu injizierbaren Konkurrenzprodukten dienen.
Der Markt beobachtet genau, ob diese Produkte reichen, um Marktanteile zu verteidigen.
Zwei FDA-Entscheidungen stehen an
Parallel zum Wettlauf mit Lilly wartet Novo Nordisk auf zwei US-Zulassungsentscheidungen. Im dritten Quartal 2026 will die FDA über Denecimig (Mim8) urteilen, ein Präventivmittel gegen Hämophilie A. Positive Ergebnisse aus der Phase-3-Studie FRONTIER, die Anfang Juli vorgestellt wurden, nähren die Hoffnung auf grünes Licht.
Zweiter Prüfstein ist CagriSema, die Kombination aus Cagrilintide und Semaglutid. Ein festes Entscheidungsdatum gibt es noch nicht, ein Urteil wird aber noch 2026 erwartet. Die Studiendaten sind vielversprechend: Über 90 Prozent der Teilnehmer erreichten mindestens fünf Prozent Gewichtsverlust.
Zahlen am 5. August im Fokus
Die Novo-Aktie schloss am Freitag bei 42,85 Euro, ein Plus von 1,19 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 2,67 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 60,95 Euro trennen das Papier noch fast 30 Prozent.
Institutionelle Anleger bleiben vorsichtig. Berichten vom 26. Juli zufolge haben Adressen wie PNC Financial Services ihre Positionen angepasst — aus Sorge, wachsender Wettbewerb könnte das Umsatzwachstum bremsen. Der RSI von 54,2 signalisiert derzeit weder Über- noch Unterkauf, die Aktie bewegt sich in neutralem Terrain.
Am 5. August muss Novo Nordisk liefern. Entscheidend wird, ob das Management belastbare Fortschritte bei Wegovy-Pille und der höheren Dosis vorweisen kann. Bis dahin bleibt die Frage im Raum, wie stark Retatrutide die Wahrnehmung der gesamten Branche bereits verschoben hat.
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