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Novo Nordisk Aktie: Wendepunkt

Novo Nordisk startet den US-Verkauf der oralen Wegovy-Variante, während der Wettbewerb mit Eli Lilly zunimmt und Preissenkungen in China die Margen belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Start der oralen Wegovy-Pille Anfang 2026
  • Starker Preisdruck in wichtigen Märkten wie China
  • Aktie nach schwachem 2025 historisch günstig bewertet
  • GLP-1-Medikamente senken Konsumausgaben für Lebensmittel

Novo Nordisk startet ins neue Jahr mit hoher Erwartungshaltung und viel Druck. Nach einem Kursrutsch im Jahr 2025 hoffen Anleger auf eine Trendwende – und die soll vor allem über ein neues Produkt laufen: die orale Version des Abnehmmittels Wegovy in den USA. Entscheidend ist nun, ob das Unternehmen schnell genug Marktanteile gewinnt, bevor der Konkurrenzdruck weiter zunimmt.

Orales Wegovy als Schlüsselprojekt

Seit Anfang Januar 2026 rollt Novo Nordisk in den USA das erste orale GLP‑1-Medikament zur Gewichtsreduktion aus. Die Pillenvariante wurde Ende Dezember 2025 von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen und soll eine bequemere Alternative zu den bislang dominierenden Injektionen bieten.

Die Zeit spielt dabei eine zentrale Rolle. Laut Berichten von Barron’s und CNBC vom 1. Januar 2026 ist der Vorsprung vor Eli Lilly begrenzt. Lilly arbeitet mit Orforglipron an einem eigenen oralen Kandidaten, dessen Zulassung bereits im März oder April 2026 möglich sein könnte. Wie viel Marktanteil Novo Nordisk im ersten Quartal 2026 aufbauen kann, dürfte maßgeblich bestimmen, wie sich die Aktie im ersten Halbjahr entwickelt.

China: Rechtssicherheit, aber Preisdruck

In China, einem wichtigen Wachstumsmarkt, sendet das Umfeld derzeit gemischte Signale. Am 31. Dezember 2025 bestätigte das Oberste Volksgericht die Patentrechte von Novo Nordisk auf Semaglutid. Das verschafft dem Konzern einen klaren Schutzschild gegen Generikaanbieter und sichert die Marktposition bei einem Kernwirkstoff.

Nur wenige Tage zuvor zeigte sich jedoch die Kehrseite des Wettbewerbs. Am 29. Dezember senkte das Unternehmen die Preise für Wegovy in mehreren chinesischen Provinzen um nahezu 50 %, um die Marktdurchdringung zu sichern. Diese Kombination aus starker rechtlicher Stellung und gleichzeitig scharfen Preiszugeständnissen verdeutlicht den Spagat: Marktanteile sollen gehalten und ausgebaut werden, doch die Margen geraten spürbar unter Druck.

Belastete Bewertung nach schwachem Jahr

Die Aktie hat 2025 deutlich an Wert verloren und liegt auf Sicht von zwölf Monaten fast 50 % im Minus. Damit notiert sie aktuell mit rund 43,80 Euro in der Nähe der jüngsten Tiefs und fast 50 % unter dem 52‑Wochen-Hoch vom Februar 2025 – ein sichtbares Zeichen für den Vertrauensverlust im vergangenen Jahr.

Auslöser waren vor allem wiederholte Prognosesenkungen. Novo Nordisk hat seine Jahresziele 2025 insgesamt viermal nach unten angepasst. Begründet wurden die Kürzungen mit Produktionsengpässen und dem zunehmenden Wettbewerb durch sogenannte „compounded drugs“, also individuell hergestellte Mischpräparate auf GLP‑1‑Basis. Die Marktkapitalisierung liegt trotz der Korrektur noch bei rund 227 Milliarden US‑Dollar.

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Analysten reagieren verhalten. Das Konsensrating liegt bei „Hold“, der durchschnittliche Zielkurs nur knapp über dem aktuellen Niveau. Bemerkenswert ist dabei, wie stark die Erwartungen zurückgenommen wurden: Vor einem Jahr lag das durchschnittliche Kursziel noch bei über 140 US‑Dollar, inzwischen bewegt es sich nur noch leicht über 53 US‑Dollar. Gleichzeitig ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf etwa 14 bis 14,8 gefallen und damit historisch niedrig für den Konzern – die Bewertung wirkt günstiger, aber der Markt traut der Story derzeit nur begrenzt Dynamik zu.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Mehrfach gesenkte Jahresprognosen 2025 wegen Produktionsproblemen und Konkurrenzdruck
  • Deutlich gefallene Analysten-Kursziele, Konsensrating „Hold“
  • Bewertungsniveau (KGV) deutlich unter historischen Niveaus

GLP‑1 verändert Konsumverhalten

Über die kurzfristige Börsenperspektive hinaus rückt ein anderer Aspekt in den Fokus: die wirtschaftliche Wirkung der GLP‑1‑Medikamente auf das Konsumverhalten. Eine im Januar 2026 veröffentlichte Studie der Cornell University im Journal of Marketing Research zeigt, dass Haushalte mit GLP‑1‑Nutzung ihre Lebensmittelausgaben innerhalb von sechs Monaten im Schnitt um 5,3 % senken.

Besonders deutlich ist der Rückgang bei bestimmten Kategorien:
– Ausgaben für Fast Food gehen im Schnitt um rund 8 % zurück
– Ausgaben für Süßwaren und Snacks sinken um etwa 10 %

Diese Daten stützen die These, dass GLP‑1-Medikamente strukturelle Veränderungen im Konsum auslösen. Für Novo Nordisk bedeutet das: Die zugrunde liegende Nachfrage nach Gewichtsreduktionspräparaten wird durch tiefgreifende Verhaltensänderungen gestützt – selbst wenn kurzfristig Margen unter Preisdruck und Wettbewerb leiden.

Ausblick: Entscheidende Wochen bis zu den Quartalszahlen

Aktuell bewegt sich die Aktie nahe einer wichtigen Unterstützungszone, was sich auch im technischen Bild mit einem RSI von 34,8 und dem deutlichen Abstand zum 52‑Wochen-Hoch widerspiegelt. Kurzfristig hängt viel davon ab, ob der Start des oralen Wegovy in den USA zügig skaliert werden kann und ob Novo Nordisk im ersten Quartal spürbare Marktanteile aufbaut, bevor Eli Lilly möglicherweise mit Orforglipron nachzieht.

Die nächsten klaren Wegmarken sind damit gesetzt: Zum einen der Fortgang des US‑Rollouts in den kommenden Wochen, zum anderen die Zahlenvorlage am 4. Februar 2026. Dann wird sich zeigen, in welchem Ausmaß die schwächeren Trends aus 2025 noch nachwirken und ob das neue orale Produktportfolio ausreicht, um die belastete Stimmung an der Börse spürbar aufzuhellen.

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