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Novo Nordisk Aktie: Wegovy-Pille verfehlt 3,27 Milliarden

Trotz angehobener Jahresziele fällt die Aktie von Novo Nordisk: Die Wegovy-Pille enttäuscht Analysten, während der US-Markt zunehmend zum Problem wird.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Wegovy-Pille verfehlt Analystenerwartungen
  • Jahresprognose dennoch angehoben
  • US-Markt: Sinkende Umsätze erwartet
  • Aktienrückkaufprogramm schreitet voran

Novo Nordisk hat seine Jahresprognose angehoben. Trotzdem verlor die Aktie am Dienstag deutlich. Der Grund: Die neue Wegovy-Pille verkauft sich schlechter als von Analysten erwartet.

Am Mittwoch erholte sich der Kurs leicht um 1,91 Prozent auf 39,12 Euro. Das ändert wenig am Gesamtbild. Binnen sieben Tagen verlor die Aktie 13,29 Prozent, zum 52-Wochen-Hoch von 54,86 Euro aus dem Januar klafft eine Lücke von 28,68 Prozent.

Die Pille enttäuscht, die Prognose steigt trotzdem

Der dänische Pharmakonzern hob seine Umsatzprognose für 2026 an. Statt eines möglichen Rückgangs zwischen 4 und 12 Prozent rechnet Novo Nordisk nun mit einer Spanne von minus 6 Prozent bis stabil. Auch beim operativen Gewinn zeigt sich das Management optimistischer als zuvor.

Die Anleger reagierten trotzdem verschreckt. Der Auslöser: Die orale Version von Wegovy brachte im zweiten Quartal 3,22 Milliarden dänische Kronen ein. Analysten hatten mit 3,27 Milliarden gerechnet. Die Differenz ist klein, aber sie traf einen wunden Punkt. Die Pille gilt als zentraler Hoffnungsträger im Kampf gegen Eli Lilly um Marktanteile bei Abnehmmedikamenten.

Mizuho-Analyst Jared Holz brachte es in einer Mitteilung an Kunden auf den Punkt: Das Fehlen von Überraschungen nach oben beim Wegovy-Pillenumsatz habe die Aktie belastet. Immerhin: Seit dem Marktstart im Januar wurde die Pille bereits mehr als 5 Millionen Mal verschrieben, wie CEO Mike Doustdar mitteilte.

Beim Blick auf die einzelnen Produkte zeigt sich ein gemischtes Bild. Die injizierbare Wegovy-Version legte um 1 Prozent auf 19,484 Milliarden Kronen zu. Ozempic wuchs deutlicher, um 3 Prozent auf 31,375 Milliarden Kronen. Der Gesamtumsatz im Quartal kletterte auf 78,49 Milliarden Kronen, ein Plus von 3 Prozent bei konstanten Wechselkursen.

Der Vergleich zum ersten Quartal fällt allerdings schwächer aus. Damals hatte Novo Nordisk 96,823 Milliarden Kronen umgesetzt. Der Rückgang von 19 Prozent hängt auch mit einem Sondereffekt zusammen: Im Vorjahresquartal hatte eine Rabatt-Rückbuchung aus dem 340B-Rabattprogramm für 2,6 Milliarden Kronen zusätzlichen Umsatz gesorgt, was die aktuelle Vergleichsbasis erschwert.

Der US-Markt wird zum Problemfeld

Novo Nordisk rechnet in den USA künftig mit sinkenden Umsätzen. Als Gründe nennt das Unternehmen aktuelle Verschreibungstrends bei GLP-1-Injektionen und eine „sich verschärfende“ Konkurrenz. Hinzu kommt ein negativer Effekt durch reduzierte Abdeckung von Adipositas-Medikamenten im Medicaid-Programm.

Der Konkurrenzdruck kommt vor allem von Eli Lilly. Der US-Rivale meldete am selben Mittwoch ebenfalls Quartalszahlen — im selben GLP-1-Markt, in dem Novo Nordisk seit Monaten verlorenes Terrain zurückerobern will.

Aktienrückkauf läuft weiter

Parallel zu den Geschäftszahlen bestätigte Novo Nordisk Fortschritte beim laufenden Aktienrückkaufprogramm. Bis zum 3. August hatte der Konzern B-Aktien im Wert von 7,5 Milliarden Kronen zurückgekauft, das Gesamtvolumen des Programms liegt bei 15 Milliarden Kronen. Seit dem Start am 4. Februar erwarb Novo Nordisk insgesamt gut 27 Millionen B-Aktien zu einem Durchschnittspreis von 278,35 Kronen je Aktie.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Mit einem RSI von 37,5 gilt die Aktie als überverkauft, notiert aber weiterhin unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 40,97 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,31 Euro. Ob die Verschreibungsdynamik der Wegovy-Pille in den kommenden Quartalen anzieht, dürfte darüber entscheiden, ob sich die angehobene Jahresprognose als tragfähig erweist.

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Diskussion zu Novo Nordisk

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.