Novo Nordisk bringt seine Wegovy-Pille auf den ersten internationalen Markt außerhalb der USA. Die Wahl fiel auf die Vereinigten Arabischen Emirate — und die Nachricht treibt die Aktie an.
Erster Schritt in die Welt
Der UAE-Launch ist kein Zufallsschritt. Das Management nennt lokale Nachfrage und die vorhandene Gesundheitsinfrastruktur als Hauptgründe. Die orale Formulierung des Semaglutids basiert auf der OASIS-4-Studie. Teilnehmer, die das Medikament konsequent einnahmen, verloren im Schnitt rund 17 Prozent ihres Körpergewichts.
Weitere Märkte sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 folgen. Konkrete Länder nannte das Unternehmen noch nicht.
Der Zeitpunkt ist heikel. In den USA haben große Pharmacy Benefit Manager ihre Formulare angepasst und Konkurrenzprodukte aus dem GLP-1-Segment stärker abgedeckt. Novo Nordisk braucht internationale Wachstumsfelder.
Goldman hebt Kursziel an
Goldman-Sachs-Analyst James Quigley reagierte auf die Verkaufszahlen der Wegovy-Pille und hob sein Kursziel von 263 auf 305 dänische Kronen. Das Rating bleibt bei „Neutral“.
Der Grund für die Anpassung: Der Marktstart verlief ungewöhnlich schnell. Im ersten Quartal auf dem Markt erreichte das Präparat 1,3 Millionen Rezepte. In den ersten sechs Wochen des zweiten Quartals kamen weitere 1,1 Millionen hinzu. Goldman wertet das als deutliche Stärkung der Wettbewerbsposition im Bereich Adipositas.
Neue Partnerschaften, neues Kapital
Parallel dazu schloss Novo Nordisk eine klinische Liefervereinbarung mit Veru Inc. Das Unternehmen stellt Wegovy kostenlos für Verus Phase-2b-Studie PLATEAU bereit. Die Studie prüft die Kombination aus Enobosarm und Semaglutid. Veru bleibt Sponsor und behält die globalen Vermarktungsrechte — Novo Nordisk sichert sich jedoch ein Erstverhandlungsrecht für eine mögliche Co-Entwicklung.
Hinzu kommt ein Kapitalschritt des Großaktionärs Novo Holdings. Die Stiftung investiert 500 Millionen Euro als Gründungsinvestor in den Scaleup Europe Fund. Der paneuropäische Wachstumsfonds zielt auf Technologie- und Gesundheitsunternehmen in späten Wachstumsphasen ab und strebt ein Gesamtvolumen von bis zu fünf Milliarden Euro an.
Kurs erholt sich — aber der Weg ist weit
Die Aktie stieg am Donnerstag um 3,52 Prozent auf 37,67 Euro. Das liegt rund 5,5 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 70,13 Euro, das die Aktie im Juni 2025 markierte, trennen sie noch immer fast 46 Prozent.
Ein klarer Katalysator für eine nachhaltige Erholung könnte die Präsentation weiterer Daten auf den Scientific Sessions der American Diabetes Association 2026 sein. Dort dürfte sich zeigen, wie breit das Potenzial der oralen Formulierung wirklich ist.
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