Novo Nordisk hat mit OASIS-5 eine neue Phase-3-Studie initiiert, die niedrigere Erhaltungsdosen der oralen Wegovy-Pille bei 450 übergewichtigen Erwachsenen testet. Ziel ist es, die minimal wirksame Dosis zu identifizieren – eine Reaktion auf den Trend vieler Patienten, ihre Dosis eigenmächtig zu reduzieren. Der Schritt zielt zugleich auf eine bessere Wettbewerbsposition gegenüber Eli Lilly.
Starke Marktposition, wachsender Konkurrenzdruck
Die orale Wegovy-Variante erwies sich zuletzt als kommerzieller Erfolg: Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Präparat einen Umsatz von 3,22 Milliarden dänischen Kronen und hielt damit rund 90 Prozent des US-Marktes für orale Adipositas-Medikamente. Allerdings holt die Konkurrenz auf.
Eli Lillys orales Konkurrenzprodukt Foundayo kam in seinem ersten vollen Quartal bereits auf 98 Millionen Dollar Umsatz. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage nach der optimalen Dosierung strategische Bedeutung – niedrigere, ebenso wirksame Dosen könnten die Therapietreue erhöhen und Kosten senken, was Novo Nordisk im Preiswettbewerb helfen würde.
Parallel zur OASIS-5-Studie treibt der Konzern seine Pipeline weiter voran: Für den bislang unbekannten Adipositas-Kandidaten NNC0721-8060 wurde eine erste Phase-I-Studie am Menschen mit 142 Teilnehmern angemeldet, in der Semaglutid als aktiver Vergleichswirkstoff dient. Novo Nordisk sucht damit erkennbar nach Nachfolgekandidaten für die etablierten GLP-1-Präparate.
Aktienrückkauf läuft weiter
Auch operativ zeigt sich das Unternehmen aktiv: Zwischen dem 10. und 14. August kaufte Novo Nordisk eine Million B-Aktien zu einem Durchschnittspreis von 303,45 dänischen Kronen zurück, jeweils 200.000 Stück pro Handelstag. Im laufenden Jahr summieren sich die Rückkäufe damit auf 28,88 Millionen Aktien für 8,08 Milliarden Kronen im Rahmen des insgesamt 15 Milliarden Kronen schweren Programms.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich der Konkurrenzdruck bislang kaum in einer Erholung wider. Die Aktie schloss gestern bei 39,55 Euro, ein Minus von 0,9 Prozent, und liegt seit Jahresbeginn zehn Prozent im Minus.
Zum 52-Wochen-Hoch von 54,86 Euro aus dem Januar klafft weiterhin eine deutliche Lücke von 28 Prozent. Mit einem RSI von 42,8 signalisiert der Titel weder überkauftes noch überverkauftes Terrain, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 40 Prozent auf anhaltende Nervosität der Anleger hindeutet.
Belastend wirkt weiterhin die juristische Front: Die föderale Sammelklage in den USA rund um mögliche Nebenwirkungen von Ozempic und Wegovy, darunter Magenlähmungen und Sehverlust, umfasste Anfang August bereits 3.928 anhängige Fälle. Zusätzlich sorgte eine FDA-Einstufung der Bloomington-Fertigungsstätte als „Official Action Indicated“ für Unruhe, nachdem Partner Scholar Rock den Standort daraufhin aus einem eigenen Zulassungsantrag herausnahm.
Für Anleger bleibt das Bild gemischt: Wissenschaftlich treibt Novo Nordisk seine Adipositas-Pipeline mit mehreren parallelen Studien voran und verteidigt eine dominante Marktposition bei oralen GLP-1-Präparaten. Gleichzeitig wachsen Konkurrenzdruck, regulatorische Fragezeichen und juristische Risiken – Faktoren, die den Kurs trotz laufender Aktienrückkäufe bislang deutlich unter seinem Jahreshoch halten.
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