Patienten suchen online nach Wegen zum Gewichtsverlust. Dabei landen sie fast immer bei Novo Nordisk oder Eli Lilly. Ein neuer Index zur KI-Sichtbarkeit zeigt die Dominanz der beiden Pharma-Riesen in Chatbots wie ChatGPT oder Claude. Das fügt dem Kampf um den Markt für Abnehmspritzen eine neue digitale Ebene hinzu.
KI-Sichtbarkeit als neuer Faktor
Fünf Medikamente dominieren die Antworten der Künstlichen Intelligenz. Wegovy führt das Feld mit einem Anteil von 19 Prozent an. Eli Lillys Zepbound folgt dicht dahinter. Ozempic sichert sich mit 13 Prozent den dritten Platz.
Für Investoren ist das ein wichtiges Signal. Patienten informieren sich zunehmend digital über Behandlungsoptionen. Wer hier sichtbar ist, prägt die Nachfrage in den Arztpraxen.
Abseits der Algorithmen lieferte Novo Nordisk kürzlich harte Zahlen für das erste Quartal 2026. Der bereinigte Umsatz im Bereich Adipositas stieg währungsbereinigt um 22 Prozent. Im US-Geschäft fielen die Erlöse indes um elf Prozent. Die Folge: Sinkende Verkaufspreise fressen das starke Volumenwachstum teilweise auf.
Aktie sucht nach Richtung
An der Börse sorgt das für gemischte Gefühle. Die Aktie notiert aktuell bei 38,87 Euro und verbucht heute leichte Gewinne. Auf Monatssicht steht ein Plus von rund 13 Prozent auf der Tafel.
Langfristig fehlt jedoch noch Schwung. Seit Januar liegt das Papier weiterhin mit 13 Prozent im Minus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bleibt mit über 44 Prozent gewaltig.
Das Management blickt dennoch etwas optimistischer auf das laufende Jahr. Novo Nordisk hob die Prognose Anfang Mai an. Das Unternehmen erwartet nun ein bereinigtes Umsatz- und Gewinnwachstum zwischen minus vier und minus zwölf Prozent. Zuvor lag die Spanne noch etwas tiefer.
Neue Pille treibt Verschreibungen
Ein zentraler Treiber bleibt die neue Wegovy-Pille. Seit dem US-Start im Januar verzeichnete der Konzern bereits über zwei Millionen Verschreibungen. Allein im ersten Quartal spülte das Medikament 2,25 Milliarden Dänische Kronen in die Kassen.
Die digitale Dominanz in KI-Suchanfragen stützt die starke Marktposition von Novo Nordisk. Der Fokus der Investoren richtet sich nun auf die Margen. Der Konzern muss beweisen, dass er das hohe Verschreibungsvolumen trotz des Preisdrucks in den USA in dauerhaftes Wachstum übersetzen kann.
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