Novo Nordisk erweitert seine Abnehmpille-Pipeline um ein neues Format: ein Langzeit-Implantat gegen Übergewicht. Der Konzern hat mit dem US-Biotech-Unternehmen Vivani Medical eine Vereinbarung geschlossen, die genau das prüfen soll. Die Aktie notiert bei 42,76 Euro, nahezu unverändert zum Vortag.
Vivani-Deal ohne Exklusivrechte
Vivani Medical hat den Wirkstoff NPM-139 entwickelt, ein Semaglutid-Implantat. Es basiert auf der firmeneigenen NanoPortal-Plattform und soll Patienten beim chronischen Gewichtsmanagement helfen. Novo Nordisk darf die Technologie nun im Rahmen der neuen Vereinbarung bewerten.
Wichtig dabei: Die Abmachung enthält keine Exklusivrechte. Weder für NPM-139 noch für die NanoPortal-Technologie selbst. Novo Nordisk bleibt also frei, parallel weitere Formate zu verfolgen.
Vivani-CEO Adam Mendelsohn wertet die Vereinbarung als Bestätigung für die eigene Technologie. Er sieht darin ein klares Interesse von Novo Nordisk an der Plattform und der führenden Semaglutid-Anwendung des Unternehmens. Unabhängig von dieser Kooperation plant Vivani für Mitte 2026 eine erste klinische Phase-1-Studie am Menschen. Wegovy-Injektionen dienen dabei als Vergleichspräparat.
Der Ansatz zielt auf ein bekanntes Problem der Adipositas-Therapie. Rund die Hälfte aller Patienten nimmt ihre Medikamente nicht zuverlässig ein, sei es täglich oder wöchentlich. Ein Implantat könnte diese Lücke schließen, weil es die Einnahme umgeht.
Aktienrückkauf läuft parallel weiter
Während die Implantat-Bewertung anläuft, treibt Novo Nordisk sein Kapitalrückführungsprogramm voran. Die laufende Tranche gehört zu einem Rückkaufprogramm über bis zu 15 Milliarden dänische Kronen, das seit dem 4. Februar 2026 über zwölf Monate läuft.
Bis zum 3. Juli 2026 hat der Konzern bereits rund 23 Millionen B-Aktien zurückgekauft. Der durchschnittliche Kurs lag bei 270,32 Kronen je Aktie, insgesamt entspricht das einem Transaktionswert von etwa 6,2 Milliarden Kronen. Novo Nordisk hält damit inzwischen gut 40 Millionen eigene B-Aktien als Treasury Shares – knapp ein Prozent des Grundkapitals.
Kurs bleibt unter dem Rekordhoch
Trotz der Pipeline-Nachrichten und des laufenden Rückkaufs bleibt der Kurs weit von seinen Höchstständen entfernt. Aktuell liegt die Aktie rund 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 61,20 Euro aus dem Juli 2025. In den vergangenen 30 Tagen hat sie dennoch fast 17 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn steht trotzdem ein Minus von 4,3 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Rückgang von mehr als 28 Prozent.
Technisch zeigt sich das Bild freundlicher. Die Aktie notiert derzeit über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 39,36 Euro und auch über dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,64 Euro. Ein RSI von 63,3 signalisiert erneutes Kaufinteresse, ohne dass der Titel bereits überhitzt wäre. Der Erholung folgte die Aktie seit ihrem März-Tief bei 30,25 Euro.
Der Vivani-Deal bindet Novo Nordisk an keine Exklusivität und lässt dem Konzern damit alle Optionen im hart umkämpften GLP-1-Markt offen. Zusammen mit dem laufenden Milliarden-Rückkauf zeigt sich: Novo Nordisk investiert weiter in Pipeline und Kapitalrückführung gleichzeitig – während die Aktie noch daran arbeitet, den Kursverlust des vergangenen Jahres aufzuholen.
Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 9. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Novo Nordisk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
