Novo Nordisk hat am Montag weitere Käufe im Rahmen seines Aktienrückkaufprogramms gemeldet. Bis Freitag erreichte das Transaktionsvolumen seit Programmstart 11.187.348.102 DKK. Damit setzt das Unternehmen seine Rückkäufe trotz eines rechtlichen Rückschlags im Wettbewerb mit Eli Lilly fort. Für Anleger sind beide Entwicklungen getrennt zu bewerten: Die Rückkäufe verändern nichts am Ausgang des weiterlaufenden Werbestreits.
Rückkaufprogramm mit weiterem Spielraum
Seit dem 4. Februar erwarb Novo Nordisk insgesamt 40.274.179 B-Aktien. Der für das Programm genannte Höchstbetrag liegt bei 15 Milliarden DKK. Das gemeldete Transaktionsvolumen bleibt damit unter der vorgesehenen Obergrenze.
Die Mitteilung dokumentiert ausgeführte Käufe, nicht lediglich eine Absichtserklärung. Zugleich ist die Obergrenze kein bereits ausgeschöpfter Betrag. Aus den weiteren Rückkäufen lässt sich deshalb weder eine Ausweitung des Programms noch eine Aussage über den künftigen Geschäftsverlauf ableiten. Entscheidend ist zunächst die fortgesetzte Umsetzung des bestehenden Programms.
Für die Einordnung zählt außerdem der Stichtag: Die am Montag veröffentlichte Meldung erfasst die Käufe bis Freitag. Sie beschreibt damit den erreichten Programmstand und keine darüber hinausgehenden Transaktionen.
Werbestreit bleibt ein eigener Belastungsfaktor
Dem Rückkauf steht der bereits berichtete Rückschlag im Eilverfahren gegen Eli Lilly gegenüber. Laut Reuters lehnte US-Bundesrichter Zahid Quraishi den Antrag von Novo Nordisk auf einen vorläufigen Werbestopp ab. Lilly darf die beanstandete Werbung für Zepbound und Mounjaro während des laufenden Rechtsstreits weiter einsetzen.
Die Entscheidung betrifft den vorläufigen Rechtsschutz. Sie beantwortet nicht die Frage, ob die Anzeigen falsch oder irreführend sind. Für Novo Nordisk bedeutet das: Das angestrebte kurzfristige Eingreifen gegen die Werbung ist ausgeblieben, die inhaltliche Auseinandersetzung aber nicht entschieden. Die Aktienrückkäufe beseitigen diese Unsicherheit nicht.
Operative Bewertung bleibt entscheidend
Ein Gegengewicht liefern die vor gut einer Woche veröffentlichten zusätzlichen CagriSema-Auswertungen. Novo Nordisk berichtete für 2.309 Frauen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 25,0 Prozent nach 68 Wochen. Dieser Wert beruht auf der Annahme, dass alle Teilnehmerinnen die Behandlung fortgesetzt hätten.
Das Unternehmen bezeichnete die nachträglichen Analysen ausdrücklich als explorativ und hypothesengenerierend. Sie dürfen daher nicht wie abschließende Ergebnisse einer eigenständig darauf ausgelegten Untersuchung gelesen werden.
Den nächsten angekündigten finanziellen Prüfpunkt bilden die Ergebnisse für die ersten neun Monate 2026 am 4. November. Bis dahin stehen die vollzogenen Rückkäufe für eine konkrete Kapitalmaßnahme – nicht für eine Entwarnung bei Wettbewerb und Geschäftsentwicklung.
