Wegovy-Pillen schlagen den Konkurrenten in Vergleichsdaten. Das Medicare-Pilotprogramm gerät ins Stocken. Und die Aktie notiert rund 50 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Für Novo Nordisk war das eine Woche voller widersprüchlicher Signale.
BALANCE-Programm: Versicherer zögern
Das US-Gesundheitsministerium CMS will mit dem sogenannten BALANCE-Modell ab Juli den Grundstein für eine Medicare-Abdeckung von Abnehmmedikamenten wie Wegovy legen. Das Programm richtet sich an mehr als 50 Millionen ältere Amerikaner. Allerdings haben sich große Versicherer wie UnitedHealth und CVS Health bislang nicht angeschlossen. CVS Health erklärte öffentlich, aus dem Modell auszusteigen. UnitedHealth verwies auf „erhebliche Herausforderungen und offene Fragen“ bei der Programmstruktur.
Der Rückzug der Versicherer traf die Aktie spürbar. Am Dienstag verlor Novo Nordisk über vier Prozent, Eli Lilly rund 3,8 Prozent. Das Programm selbst läuft weiter — CMS verlängerte die Pilotphase mit staatlicher Finanzierung bis Ende 2027. Ziel ist es, Daten für eine wirksamere Umsetzung zu sammeln. Die vereinbarten Preise bleiben bestehen: 245 Dollar pro Monat für die Hersteller, maximal 50 Dollar Eigenanteil für Versicherte.
Wegovy-Pille punktet gegen Foundayo
Auf der klinischen Seite lieferte die Woche ein klares Ergebnis. In einer indirekten Vergleichsstudie auf Basis der Studien OASIS 4 und ATTAIN-1 erzielte orales Semaglutid 25 mg rund drei Prozentpunkte mehr Gewichtsverlust als Orforglipron 36 mg — der Wirkstoff hinter Eli Lillys neu zugelassenem Foundayo. Patienten, die Orforglipron einnahmen, brachen die Behandlung wegen Magen-Darm-Beschwerden etwa 14-mal häufiger ab. In einer Patientenpräferenzstudie bevorzugten 84 Prozent der Befragten das Profil von oralem Semaglutid.
Ein Vorbehalt bleibt: Die FDA hat Foundayo in einer niedrigeren Dosierung zugelassen als in der Vergleichsstudie verwendet. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse ist damit nicht vollständig gesichert.
Bewertung weit unter Branchenschnitt
Die Aktie schloss die Woche bei 35,09 Euro — ein Plus von 6,4 Prozent am Freitag, aber ein Minus von über 21 Prozent seit Jahresbeginn. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 10,8x. Der Branchendurchschnitt im Pharmabereich beträgt etwa 16x, der Peer-Durchschnitt rund 19x. Das Papier notiert damit deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 42,79 Euro.
Das laufende Aktienrückkaufprogramm schreitet indes planmäßig voran. Seit Februar 2026 hat Novo Nordisk knapp 12,3 Millionen B-Aktien für rund 3,1 Milliarden dänische Kronen zurückgekauft. Die erste Tranche des Gesamtprogramms über 15 Milliarden Kronen läuft bis Anfang Mai.
Ozempic-Pille und IRA-Preisdruck
Noch im zweiten Quartal 2026 soll die Ozempic-Pille in den USA auf den Markt kommen — orales Semaglutid für Typ-2-Diabetes, in Europa bereits als Rybelsus erhältlich. Das ist ein weiterer Meilenstein in einem dichten Kalender.
Gleichzeitig läuft der Rechtsstreit gegen die IRA-Preisverhandlungen weiter. Semaglutid wurde 2025 für Medicare-Preisverhandlungen ausgewählt; der neue Preis soll 2027 greifen. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Novo Nordisk einen Umsatzrückgang von fünf bis 13 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Ob der schleppende Start des BALANCE-Programms diesen Ausblick weiter belastet, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen — die Novo Nordisk für Mai angekündigt hat.
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