Ein Antikörper, der genau das tut, was er soll – und trotzdem nichts bringt. Genau das ist Novo Nordisk mit Ziltivekimab passiert, und der Markt quittiert es prompt mit einem deutlichen Kursabschlag.
Die Aktie verlor an der Heimatbörse in Kopenhagen zeitweise rund 8,5 Prozent und rutschte auf 302,90 dänische Kronen ab. Auslöser war die Bekanntgabe der Ergebnisse aus der ZEUS-Studie, einer großangelegten Phase-3-Untersuchung mit über 6.300 Teilnehmern.
Wirkstoff funktioniert, Ziel verfehlt
Ziltivekimab sollte über die Hemmung des Entzündungsbotenstoffs IL-6 das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse senken – bei Patienten mit Arteriosklerose, chronischer Nierenerkrankung und erhöhten Entzündungswerten. Auf biologischer Ebene funktionierte das auch: Der Antikörper erreichte sein Ziel und senkte die erwarteten Entzündungsmarker zuverlässig. Nur half das den Patienten am Ende nicht. Die Hazard Ratio lag bei 0,99, statistisch praktisch kein Unterschied zu Placebo.
Entwicklungschef Martin Holst Lange sprach von einem wichtigen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, auch wenn der erhoffte Nutzen für die Patienten ausblieb. Nebenwirkungen traten insgesamt vergleichbar häufig auf wie unter Placebo, allerdings zeigte sich unter Ziltivekimab eine höhere Rate an schweren Infektionen – ein Befund, der zur bekannten Wirkweise von IL-6-Hemmern passt. Bei der Gesamtsterblichkeit gab es keine Unterschiede.
Bilanzielle Folgen, aber keine Prognosekorrektur
Für das laufende Geschäftsjahr bleibt der Ausblick für den bereinigten operativen Gewinn unverändert. Im dritten Quartal 2026 muss Novo Nordisk allerdings eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung verbuchen, deren genaue Höhe das Unternehmen bislang nicht bezifferte.
Zwei weitere Studien zu Ziltivekimab laufen unterdessen weiter: HERMES bei Herzinsuffizienz-Patienten und ARTEMIS nach akutem Herzinfarkt. Beide sollen in der ersten Jahreshälfte 2027 Ergebnisse liefern. Die vollständigen ZEUS-Daten will Novo Nordisk im Laufe des Jahres 2026 auf einer wissenschaftlichen Fachkonferenz vorstellen.
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