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Novo Nordisk Aktie: Fairer Wert bei 97 US-Dollar

Trotz massiver Kursverluste sehen Analysten bei Novo Nordisk eine Unterbewertung von rund 30 Prozent. Starke Nachfrage trifft auf Patent- und Konkurrenzsorgen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Berechneter fairer Wert bei 97 Dollar
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis unter Branchenschnitt
  • Aktienrückkäufe von bis zu 15 Milliarden Kronen
  • Kurzfristig überkaufter Markt signalisiert Konsolidierung

Starke Nachfrage trifft auf schwache Kurse. Bei Novo Nordisk klaffen Realität und Marktstimmung spürbar auseinander. Ein neues Bewertungsmodell liefert nun überraschende Zahlen. Der faire Wert der Aktie liegt demnach weit über dem aktuellen Niveau.

Fundamentaler Puffer

Der dänische Pharmakonzern verlor in den vergangenen drei Jahren rund ein Drittel seines Börsenwertes. Analysten von Simply Wall St berechnen den fairen Wert nun auf etwa 97 US-Dollar. Das entspricht einer massiven Unterbewertung. Die Experten stützen sich auf einen freien Cashflow von rund 48 Milliarden Dänischen Kronen.

Auf Basis einfacher Gewinnkennzahlen wirkt das Papier ebenfalls günstig. Novo Nordisk handelt derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,1. Der Branchenschnitt liegt bei 15,4. Konkurrenten rufen teilweise Werte von über 25 auf. Die Aktie bietet auf den ersten Blick einen deutlichen Abschlag.

Patente und Konkurrenten

Die Lücke zwischen Modell und Kurs hat handfeste Gründe. Die US-Krankenversicherung Medicare übernimmt künftig die Kosten für bestimmte GLP-1-Abnehmpräparate. Das treibt die Nachfrage kräftig an.

Andererseits warnen Analysten der Deutschen Bank vor Gegenwind. Auslaufende Patente belasten die Aussichten. Parallel dazu drängen immer mehr Konkurrenten in den Markt für Adipositas- und Diabetes-Therapien. Anleger befürchten offenbar sinkende Margen. Sie zögern daher bei einer höheren Bewertung.

Überkaufte Erholung

Das Management steuert derweil mit Aktienrückkäufen gegen. Das laufende Programm umfasst ein Volumen von bis zu 15 Milliarden Kronen. Bis Ende Juni kaufte der Konzern bereits eigene Anteile für knapp sechs Milliarden Kronen zurück.

An der Börse sorgte das zuletzt für Auftrieb. Seit Jahresanfang liegt die Aktie zwar noch knapp drei Prozent im Minus. Im vergangenen Monat kletterte der Kurs im Gegenzug um fast 20 Prozent. Am Freitag schloss das Papier bei 43,50 Euro.

Kurzfristig signalisieren die Indikatoren eine Überhitzung. Der aktuelle RSI-Wert markiert den Titel offiziell als überkauft. Vom Rekordhoch des vergangenen Sommers trennen Novo Nordisk weiterhin fast 30 Prozent. Die Folge: Der Kurs braucht eine Pause.

Bis zum nächsten Quartalsbericht bestimmen technische Marken das Bild. Die fundamentale Bewertung liefert starke Argumente für langfristige Käufer. Kurzfristig zwingt der überkaufte Markt den Kurs jedoch zur Konsolidierung. Fällt die Aktie unter ihren 50-Tage-Durchschnitt, droht ein direkter Test der 40-Euro-Marke.

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Diskussion zu Novo Nordisk

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.