Novo Nordisk hat erstmals Daten zu Wegovy bei sehr jungen Kindern vorgelegt — und die Ergebnisse dürften die Diskussion um Adipositas-Behandlung im Kindesalter neu befeuern. In der Phase-3-Studie STEP Young zeigte sich, dass semaglutid-basierte Therapie bereits bei 6- bis unter 12-Jährigen wirkt.
40 Prozent nicht mehr adipös
Nach 68 Wochen galten 40,4 Prozent der mit Semaglutid behandelten Kinder nicht mehr als fettleibig — in der Placebo-Gruppe war es niemand. Die Studie erreichte damit ihr primäres Ziel: eine stärkere Reduktion des Body-Mass-Index gegenüber Placebo. Bemerkenswert ist der Ausgangspunkt der Teilnehmer: Mehr als 85 Prozent der 165 Kinder litten zu Studienbeginn an schwerer Adipositas der Klasse II oder III.
Beide Gruppen erhielten begleitend eine kalorienreduzierte Diät und mehr Bewegung. Die Kinder bekamen je nach Ausgangsgewicht eine wöchentliche Injektion mit maximal 1,7 oder 2,4 Milligramm Semaglutid. Sicherheit und Verträglichkeit entsprachen laut Unternehmensangaben früheren Studien bei Erwachsenen und Jugendlichen — auch bei Wachstum und Pubertätsentwicklung habe sich nichts Auffälliges gezeigt.
Großer potenzieller Markt
Der medizinische Bedarf ist beträchtlich: Weltweit lebten 2025 schätzungsweise 177 Millionen Kinder zwischen 5 und 19 Jahren mit Adipositas, bis 2040 soll diese Zahl auf 228 Millionen steigen. Für diese Altersgruppe gibt es bislang kaum klinisch geprüfte und zugelassene Medikamente, wenn reine Lebensstiländerungen nicht ausreichen. Novo Nordisk positioniert sich mit den STEP-Young-Daten als Vorreiter in der pädiatrischen Adipositas-Medizin.
An der Börse reagierte die Aktie verhalten — in Kopenhagen notierte das Papier zeitweise leicht schwächer bei 298,50 dänischen Kronen. Die Studienergebnisse gelten als wissenschaftlicher Fortschritt, ändern aber kurzfristig wenig an der Wachstumsstory des Konzerns, die primär von den bereits zugelassenen Indikationen bei Erwachsenen getragen wird.
Novo Nordisk plant, die detaillierten Ergebnisse der STEP-Young-Studie auf der Jahrestagung der Obesity Society, ObesityWeek 2026, vom 14. bis 17. November in Washington vorzustellen. Erst dort dürften weitere Details zu sekundären Endpunkten wie Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und Körperzusammensetzung folgen.
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