Alle Welt blickt bei Novo Nordisk auf Abnehmspritzen. In wenigen Tagen rückt jedoch ein ganz anderes Geschäftsfeld in den Fokus. Auf dem ISTH-Kongress in Paris präsentiert der dänische Pharmakonzern ab dem 11. Juli neue klinische Daten. Es geht um Milliardenmärkte abseits von Diabetes und Adipositas.
Hoffnungsträger Denecimig
Im Zentrum der Präsentationen steht der Wirkstoff Denecimig. Novo Nordisk zeigt hier neue Langzeitdaten der Phase-3-Studie FRONTIER4. Das Mittel richtet sich an Patienten mit Hämophilie A. Es ahmt den fehlenden Blutgerinnungsfaktor VIII nach.
Die US-Gesundheitsbehörde FDA prüft das Medikament bereits. Novo Nordisk hat den Zulassungsantrag im September 2025 eingereicht. Bei einer Freigabe winkt eine Premiere. Denecimig wäre das erste Medikament dieser Art mit flexiblen Dosierungsintervallen. Patienten könnten den Pen wöchentlich, vierzehntägig oder nur einmal im Monat nutzen.
Neue Daten für Kinder
Neben Denecimig liefert der Kongress auch Neuigkeiten zu Concizumab. Der Konzern veröffentlicht erstmals Daten der Phase-3-Studie Explorer10. Diese untersucht die Wirkung bei Kindern unter zwölf Jahren mit Hämophilie A oder B. Bislang ist das Mittel für diese Altersgruppe nirgends zugelassen.
Diese seltenen Bluterkrankungen bilden ein wichtiges zweites Standbein. Das Ziel: Die Dänen diversifizieren damit ihr Geschäft. Sie machen sich unabhängiger vom Hype um die GLP-1-Präparate.
Aktie im Erholungsmodus
An der Börse honorierten Anleger zuletzt die operative Entwicklung. Am Mittwoch notierte die Aktie bei 42,42 Euro. Seit dem 52-Wochen-Tief im März bei gut 30 Euro hat das Papier rund 40 Prozent zugelegt.
Ein reibungsloser Aufstieg ist das allerdings nicht. Auf Sicht von zwölf Monaten steht noch immer ein Minus von knapp 29 Prozent auf der Kurstafel. Der Kongress in Paris liefert nun den nächsten kurzfristigen Impuls. Überzeugen die Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten, stärkt das die Position im laufenden FDA-Zulassungsverfahren für Denecimig.
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