Novo Nordisk sammelt Nachrichten wie lange nicht: Aktienrückkäufe, neue Zulassungen, starke Studiendaten. Dazu kommt eine Niederlage vor Gericht. Die Aktie notiert bei rund 35 Euro und versucht, einen Boden zu bilden.
Gerichtsniederlage gegen Lilly
Im Streit um Werbung für Abnehmmedikamente hat Novo einen Rückschlag erlitten. Richter Zahid Quraishi in Trenton, New Jersey, lehnte den Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen Eli Lillys Anzeigen für Zepbound und Mounjaro ab. Novo hatte die Spots als falsch und irreführend bezeichnet.
Die Begründung des Gerichts: Novo konnte nicht belegen, dass die Werbung Umsätze oder den Ruf dauerhaft beschädigt. Lillys Anzeigen hätten zwischen April und Juli allenfalls einen vernachlässigbaren Markteffekt gehabt, die Verschreibungen für Novos Präparate blieben stabil. Die Zeugen des Konzerns stufte der Richter zwar als glaubwürdig ein, ein drohender Schaden reiche für eine so außergewöhnliche Maßnahme aber nicht aus.
Novo zeigt sich enttäuscht. Das Urteil kläre nicht, ob Lillys Werbung irreführend sei, betont der Konzern. Der Rechtsstreit läuft weiter.
Rückenwind aus dem operativen Geschäft
Seit Februar hat Novo rund 39 Millionen B-Aktien zurückgekauft, das Programm läuft weiter. Marktbeobachter lesen darin ein Signal, dass das Management den Kurs für zu niedrig hält.
Hinzu kommt die FDA-Zulassung für Awiqli bei Kindern ab 10 Jahren, das erste Insulin für diese Altersgruppe mit nur einer Spritze pro Woche. Auch CagriSema liefert Argumente: Bei 2.309 Frauen sank das Gewicht im Schnitt um 25 Prozent. Die Auswertung erfolgte nachträglich und gilt als explorativ. Die FDA-Entscheidung wird im vierten Quartal erwartet.
Als Treiber bis 2030 gilt die Wegovy-Tablette. Morningstar sieht deren Umsatz von 2,5 auf 12 Milliarden Dollar steigen. Allerdings bröckeln die Marktanteile in den USA.
Diese Marken zählen
Charttechnisch hat sich die Aktie zuletzt gefangen. Über 38,50 Euro wären beide wichtigen gleitenden Durchschnitte zurückerobert, das würde als Kaufsignal gelten. Danach liegen die nächsten Hürden bei 40 und 43 Euro.
Nach unten gilt die Marke von 30,25 Euro als Unterstützung. Fällt sie, droht ein Rutsch Richtung 25 Euro. Die Analystenziele liegen im Schnitt bei rund 39 Euro, das entspricht etwa 10 Prozent Luft nach oben.
Am 4. November legt Novo die nächsten Quartalszahlen vor. Sie dürften zeigen, ob der Konzern die Marktanteilsverluste in den USA stoppen kann und ob die Aktie die Marke von 38,50 Euro in Angriff nimmt.
