Neue Studiendaten aus der Adipositas-Forschung prägen die Perspektiven von Novo Nordisk. Auf der Jahrestagung der Europäischen Diabetesgesellschaft EASD stellte das dänische Pharmaunternehmen detaillierte Ergebnisse zum Hoffnungsträger CagriSema vor. In einer auf 52 Wochen angelegten fMRI-Untersuchung erzielten die Probanden unter dem experimentellen Präparat eine Gewichtsreduktion von 22,4 Prozent im Vergleich zu Placebo.
Neben dem reinen Gewichtsverlust beeinflusste der Wirkstoffkandidat auch die Appetitregulation. Die funktionelle Bildgebung zeigte eine spürbare Dämpfung von Heißhungersignalen, dem sogenannten Food Noise. Zudem verzeichnete das Unternehmen positive Effekte auf Marker der Organ- und Knochengesundheit sowie einen Rückgang des Organfetts.
Fortschritte bei Organ- und Lebergesundheit
Ergänzend zu den Fortschritten bei CagriSema präsentierte Novo Nordisk am 1. Oktober Auswertungen zum bereits etablierten Medikament Wegovy. Eine explorative Post-hoc-Analyse aus einer Untergruppe der STEP-UP-Studie untersuchte Erwachsene mit Adipositas und anfänglich erhöhtem Leberfettgehalt. Bei 23 von 26 Teilnehmenden sanken die Leberfettwerte nach 72 Behandlungswochen wieder in den Normalbereich von unter 5 Prozent.
Die Reduktion des Leberfetts verdeutlicht das therapeutische Potenzial über die reine Gewichtsabnahme hinaus. Für Novo Nordisk sind diese Stoffwechseleffekte ein wesentlicher Baustein, um die wissenschaftliche Führungsposition im umkämpften Markt für Inkretin-Therapeutika gegenüber Konkurrenten zu verteidigen.
Ausbau der Pipeline und regulatorische Hürden
Um das Produktportfolio mittelfristig breiter aufzustellen, setzt der Konzern zudem auf externe Partnerschaften. Vor rund zwei Wochen sicherte sich Novo Nordisk die weltweiten Exklusivrechte am Wirkstoffkandidaten HRS-1596 von Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals.
Der Vertrag sieht eine Vorabzahlung von 300 Millionen US-Dollar vor, während das maximale Gesamtvolumen inklusive Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar erreichen kann.
Gleichzeitig verzeichnet das Unternehmen Verzögerungen bei anderen Entwicklungsprojekten. Bei dem Hämophilie-A-Kandidaten Denecimig verlängerte die US-Gesundheitsbehörde FDA ihre Überprüfung, da an einer Produktionsstätte Nachbesserungen laufen.
Klinische Mängel hinsichtlich Wirksamkeit oder Sicherheit stellte die Behörde jedoch nicht fest. Novo Nordisk peilt die Markteinführung in den USA vorbehaltlich der Genehmigung für das erste Halbjahr 2027 an. Die Verzögerung hat nach Unternehmensangaben keine Auswirkungen auf den Finanzausblick für das Jahr 2026.
Am Aktienmarkt schloss das Papier am Freitag bei 34,40 Euro. Trotz der jüngsten Studienerfolge spiegelt die Bewertung die Herausforderungen des laufenden Jahres wider: Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursminus auf 22 Prozent. Damit rangiert der Titel weiterhin spürbar unter seinem 52-Wochen-Hoch von 54,86 Euro.
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