Novo Nordisk arbeitet am nächsten Kapitel nach Wegovy. Die Pipeline liefert neue Ansatzpunkte, der Markt bleibt aber skeptisch. Im Kern geht es um CagriSema, eine Kombinationstherapie gegen Adipositas mit hohem kommerziellem Anspruch.
Pipeline rückt in den Vordergrund
Eine Studie zu Cagrilintid erhielt am 13. Mai 2026 ein Update. Sie bleibt aktiv und untersucht, wie der Wirkstoff Energieaufnahme und Appetit bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas beeinflusst.
Für Novo Nordisk ist das mehr als ein Forschungsprojekt. Cagrilintid bildet einen zentralen Baustein von CagriSema. Der Konzern will damit über die bestehende GLP-1-Franchise hinaus wachsen.
CagriSema kombiniert Cagrilintid mit Semaglutid in einer wöchentlichen Fixdosis. Der Zulassungsantrag liegt bei der FDA. Eine Entscheidung erwartet Novo Nordisk gegen Ende 2026.
Bei einer Zulassung wäre CagriSema die erste injizierbare Kombination aus GLP-1-Rezeptoragonist und Amylin-Analogon. Ein Marktstart könnte danach relativ zügig folgen.
Die Studiendaten liefern dafür Rückenwind. In REDEFINE 1 verloren Erwachsene unter CagriSema im Schnitt 20,4 Prozent ihres Körpergewichts nach 68 Wochen. In der Placebogruppe waren es 3,0 Prozent.
Unter der Annahme, dass alle Patienten auf Therapie bleiben, fiel der Effekt noch stärker aus. Dann lag der mittlere Gewichtsverlust bei 22,7 Prozent, gegenüber 2,3 Prozent mit Placebo.
Lilly bleibt der Maßstab
Der Haken liegt im Wettbewerb. In einem direkten Vergleich erzielte Eli Lillys Zepbound nach 84 Wochen etwas stärkere Gewichtsverluste. Das schmälert nicht den medizinischen Wert von CagriSema, setzt aber die Erwartungen an den Vertrieb unter Druck.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Novo Nordisk?
Novo Nordisk reagiert mit weiterer Forschung. In der zweiten Jahreshälfte will der Konzern eine Phase-3-Studie mit einer höheren CagriSema-Dosis starten. Das dürfte spannend werden, weil der Markt auf klare Differenzierung achtet.
Zahlen zeigen den Druck
Das erste Quartal wirkte auf den ersten Blick stark. Der ausgewiesene Umsatz stieg währungsbereinigt um 32 Prozent, gestützt durch eine Rückstellungsauflösung im US-Programm 340B.
Bereinigt um diesen Effekt sank der Umsatz währungsbereinigt um 4 Prozent. Das Adipositasgeschäft legte dagegen um 22 Prozent zu. Niedrigere realisierte Preise fraßen einen Teil des Volumenwachstums auf.
Die Jahresprognose hob Novo Nordisk wegen höherer Erwartungen für GLP-1-Produkte an. Trotzdem rechnet der Konzern weiter mit einem Rückgang von Umsatz und operativem Gewinn im bereinigten Geschäft zwischen 4 und 12 Prozent.
Finanziell bleibt der Konzern stark. Der Nettogewinn lag bei 48,6 Milliarden Dänischen Kronen, der freie Cashflow bei 12,8 Milliarden. An Aktionäre flossen über Dividenden und Rückkäufe 37,7 Milliarden Kronen zurück.
Die Aktie spiegelt diese Mischung aus Pipeline-Fantasie und Preisdruck. In Euro notiert sie bei 38,42 Euro, liegt über zwölf Monate aber 35,56 Prozent im Minus und bleibt 9,29 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Ein weiteres Risiko sitzt in China. Dort läuft 2026 der Ozempic-Patentschutz aus, was generische Konkurrenz wahrscheinlicher macht. Im ersten Quartal sanken die Ozempic-Umsätze bereits um 8 Prozent.
Am 7. Juni 2026 richtet Novo Nordisk bei der ADA-Konferenz ein Forschungs- und Entwicklungs-Event für Investoren aus. Dort kann der Konzern zeigen, ob CagriSema mehr ist als nur die nächste Erweiterung der Semaglutid-Franchise.
Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 18. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Novo Nordisk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
