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Novo Nordisk Aktie: 82 Prozent neue Patienten für Wegovy-Pille

Trotz 45 Prozent Kursverlust zeigt Novo Nordisk mit Wegovy-Pille und Langlebigkeitsstrategie starkes Wachstumspotenzial.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Wegovy-Pille mit über drei Millionen Verschreibungen
  • 82 Prozent neue Patienten erweitern den Markt
  • Fokus auf Organschutz und Langlebigkeit
  • Aktienrückkaufprogramm stützt den Kurs

Bei Novo Nordisk klaffen operative Realität und Börsenstimmung extrem auseinander. Die Aktie notiert bei 36,15 Euro. Das bedeutet einen schmerzhaften Kursverlust von rund 45 Prozent auf Jahressicht. Der Markt starrt gebannt auf die Konkurrenz durch Eli Lilly. Meiner Meinung nach ist dieser Fokus viel zu eng. Die Börse übersieht das wahre Potenzial des Unternehmens.

Blockbuster im Pillenformat

Seit Jahresbeginn verliert das Papier knapp 19 Prozent an Wert. Der kommerzielle Start der Wegovy-Pille erzählt jedoch eine völlig andere Geschichte. Das Medikament sammelte seit dem US-Start im Januar über drei Millionen Verschreibungen ein. Das Tempo zieht massiv an.

Ein Detail sticht für mich besonders hervor. Rund 82 Prozent dieser Nutzer sind völlig neue Patienten. Sie wechseln nicht einfach von der Spritze zur Pille. Die Folge: Novo Nordisk vergrößert den gesamten Markt. Die Pille frisst nicht das eigene Geschäft auf. Die Börse ignoriert diese Volumenexplosion völlig. Sie sieht nur den gewaltigen Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 70,13 Euro.

Weg vom reinen Gewichtsverlust

Die spannendste langfristige These für Novo Nordisk liegt im neuen strategischen Fokus. Das Management präsentierte auf der jüngsten ADA-Konferenz beeindruckende Daten. Semaglutid schützt offenbar lebenswichtige Organe wie Herz, Leber und Nieren. Dieser Effekt tritt unabhängig vom reinen Gewichtsverlust auf. Forscher nutzen experimentelle „Protein-Uhren“. Diese zeigen, dass die Behandlungen das biologische Alter der Organe senken.

CEO Mike Doustdar bestätigte zudem eine Expansion in neue Bereiche. Hautpflege und Behandlungen gegen Haarausfall stehen auf dem Plan. Novo Nordisk bereitet seinen zweiten Akt vor. Eli Lilly glänzt aktuell mit Gewichtsverlusten von bis zu 28 Prozent durch den Wirkstoff Retatrutid. Darauf reagiert Novo Nordisk klug. Der Konzern definiert Gesundheit und Langlebigkeit einfach breiter. Das senkt die extreme Abhängigkeit vom Diabetes-Geschäft.

Der Markt bietet Platz für viele

Natürlich spürt Novo Nordisk enormen Druck. Eli Lillys orale Pille Orforglipron schlug das orale Semaglutid in jüngsten Phase-3-Studien. Der Konkurrent erreichte eine bessere Blutzuckersenkung. Auch das Chartbild bleibt wackelig. Der Kurs hält sich nur hauchdünn über dem 50-Tage-Durchschnitt von 35,96 Euro.

Das Märchen vom „Winner-takes-all“ im Adipositas-Markt halte ich dennoch für grundfalsch. Experten erwarten in einem Jahrzehnt einen jährlichen Markt von 150 Milliarden Dollar. Das bietet reichlich Platz für mehrere Anbieter. Novo Nordisks eigene CagriSema-Pipeline liefert solide Ergebnisse. Phase-3-Studien zeigten kürzlich einen Gewichtsverlust von über 14 Prozent.

Ein massiver Bewertungsabschlag

Der aktuelle Kurs spiegelt einen traumatisierten Markt wider. Das Papier notiert knapp 20 Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Ein RSI-Wert von rund 43 signalisiert jedoch keine überkaufte Lage. Der Kurs hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert.

Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm stützt den Wert zusätzlich. Eli Lilly mag derzeit den Rekord beim maximalen Gewichtsverlust halten. Novo Nordisk baut dafür einen defensiven Burggraben rund um das Thema Langlebigkeit. Wer über das kurzfristige klinische Pferderennen hinwegsieht, erkennt eine massive Bewertungslücke. Der aktuelle Aktienkurs wird der enormen kommerziellen Stärke des Konzerns schlichtweg nicht gerecht.

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