Novo Nordisk zeigt, wie stark der GLP-1-Boom noch trägt. Die Zahlen zum ersten Quartal fallen kräftig aus, vor allem die neue Wegovy-Pille überrascht klar positiv. Der Haken: Genau in diesem Markt wird der Wettbewerb härter, und die Preisdiskussion rückt näher.
Wegovy-Pille schlägt Erwartungen
Im ersten Quartal stieg der Nettoumsatz um 24 Prozent auf 96,82 Milliarden DKK. Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt das Portfolio rund um GLP-1-Therapien gegen Diabetes und Adipositas.
Noch stärker entwickelte sich die Profitabilität. Der operative Gewinn legte um 54 Prozent auf 59,62 Milliarden DKK zu. Das zeigt, wie hoch die Skaleneffekte im Kerngeschäft derzeit noch sind.
Besonders auffällig ist der Start der reformulierten oralen Medikamente. Für die Wegovy-Pille wurden rund 1,3 Millionen Verschreibungen registriert, der Umsatz lag bei 2,26 Milliarden DKK. Damit übertraf das Präparat die Markterwartung von 1,16 Milliarden DKK klar.
Semaglutid-Produkte wie Ozempic und Wegovy bleiben das Zentrum des Geschäfts. Sie kamen zusammen auf etwa 63,25 Milliarden DKK Umsatz und machten damit rund 65 Prozent der Quartalserlöse aus.
Nach den Zahlen hob Novo Nordisk den Ausblick leicht an. Das Unternehmen erwartet nun bei Umsatz und operativem Gewinn eine Entwicklung zwischen minus 4 und minus 12 Prozent. Zuvor lag die Spanne jeweils etwas schwächer.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Novo Nordisk?
Konkurrenz zieht nach
Der starke Jahresauftakt löst das strategische Problem nicht. Eli Lilly brachte im April 2026 mit Foundayo ein orales GLP-1-Mittel auf den Markt, nachdem die FDA grünes Licht gegeben hatte. Viking Therapeutics und Structure Therapeutics treiben derweil Phase-3-Studien voran.
Damit verschiebt sich der Wettbewerb. Wenn mehrere Medikamente ähnliche Gewichtsreduktionen erreichen, zählen andere Faktoren stärker: Einnahmeform, Nebenwirkungen, Zusatznutzen für Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselrisiken und am Ende der Preis.
Auch die Kostenträger könnten Druck machen. Laut Business Group on Health decken aktuell 67 Prozent der Arbeitgeber GLP-1-Medikamente zur Gewichtsreduktion ab, rund 10 Prozent könnten diese Erstattung bis 2027 streichen. Für Novo Nordisk wäre das ein sensibles Signal, weil hohe Nachfrage allein keine dauerhaft hohen Margen garantiert.
Analysten bleiben gespalten
Die Reaktionen der Investmenthäuser fallen entsprechend gemischt aus:
- SB1 Markets erhöhte das Kursziel von 280 auf 350 DKK und bleibt bei „Buy“.
- Citi hält an „Neutral“ fest, mit einem Kursziel von 290 DKK und Verweis auf Wettbewerbsrisiken.
- TD Cowen bleibt bei „Hold“ und nennt ein Kursziel von 42 Dollar.
Die Aktie hat sich zuletzt erholt, aber der größere Schaden ist noch sichtbar. Am Montag schloss sie bei 39,42 Euro; auf Monatssicht steht ein Plus von 22,46 Prozent, über zwölf Monate bleibt ein Minus von 35,29 Prozent.
Hinzu kommt eine kapitalmarktfreundliche Maßnahme: Novo Nordisk kündigte eine Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms auf bis zu 15 Milliarden DKK an. Kurzfristig stützt die Wegovy-Pille die Erholung. Der Markt wird den Konzern nun daran messen, ob die höheren Volumina die erwartete Preiserosion und den neuen Wettbewerb von Eli Lilly abfedern.
Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 12. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Novo Nordisk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
