Der Kampf um den GLP-1-Markt nimmt eine überraschende Wendung. Ausgerechnet die „Kopien“, die Novo Nordisks Geschäft mit Wegovy zuletzt massiv unter Druck setzten, geraten nun selbst in Bedrängnis. Das Urteil kommt von der US-Gesundheitsbehörde FDA – und die Aktie reagiert verhalten.
Jefferies bleibt skeptisch
Analyst Michael Leuchten von Jefferies bestätigte am Freitag sein „Hold“-Rating und ein Kursziel von 270 dänischen Kronen. Das liegt rund zehn Prozent unter dem aktuellen Kurs von umgerechnet rund 39 Euro. Die Aktie notiert 44 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 70 Euro – und damit tiefer als vor einem Jahr. Der RSI von knapp 48 signalisiert indes: Der Abwärtstrend hat sich zuletzt verlangsamt.
Leuchten verweist auf anhaltende Margenrisiken. Zwar hat Novo Nordisk klinische Erfolge vorzuweisen, doch der Markt belohnt sie bislang nicht.
FDA dreht an der Schraube
Die entscheidende Entwicklung spielt sich im regulatorischen Hintergrund ab. Compounding-Pharmazien hatten zeitweise fast 30 Prozent des Marktvolumens mit nachgemachten GLP-1-Präparaten abgedeckt. Diese sogenannten 503A- und 503B-Exemptions erlaubten günstige Nachbauten, solange die Originalsubstanzen knapp waren.
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Jetzt liegt ein FDA-Entwurf vor, der die Großproduktion dieser Nachahmer faktisch unterbinden könnte. Jefferies schätzt, dass der Anteil bereits auf rund 15 Prozent gefallen ist – mit weiter fallender Tendenz. Die Branche rechnet mit einer vollständigen Umsetzung Mitte 2027. Ein klares Signal für Originalhersteller wie Novo Nordisk.
Wegovy-Pille überrascht positiv
Parallel dazu gewinnt die hauseigene Pipeline an Fahrt. Die Wegovy-Pille (orales Semaglutid) erhielt im Mai eine positive EU-Zulassungsempfehlung. Im ersten US-Quartal nach dem Start setzte sie umgerechnet rund 2,3 Milliarden dänische Kronen um – deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Auch eine hochdosierte Wegovy-Injektion steht vor der Zulassung.
Doch der Wettbewerb schläft nicht. Eli Lillys orales Medikament Foundayo ist seit April 2026 in den USA am Start. Der nächste Lackmustest: die ADA-Konferenz im Juni, auf der beide Seiten neue Vergleichsdaten zu ihren Next-Gen-Therapien präsentieren wollen.
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