Novo Nordisk kämpft an zwei Fronten gleichzeitig. Auf der einen Seite treibt ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm den Kurs nach oben. Auf der anderen Seite frisst sich Eli Lilly mit dem Konkurrenzprodukt Zepbound immer tiefer in den Marktanteil von Wegovy. Die Aktie schloss die Woche bei 43,32 Euro, ein Plus von 1,29 Prozent zum Vortag.
Rückkaufprogramm läuft auf Hochtouren
Der Rückkauf eigener Aktien bleibt das bestimmende Thema der vergangenen Wochen. Seit dem 4. Februar 2026 hat Novo Nordisk bis zum 3. Juli rund 23 Millionen B-Aktien zurückgekauft. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 270,32 dänischen Kronen je Aktie, macht insgesamt gut 6,2 Milliarden Kronen.
Das Programm ist Teil einer größeren Kapitalmaßnahme: Bis zu 15 Milliarden Kronen will der Konzern binnen zwölf Monaten ab Februar 2026 in eigene Aktien stecken. Für die Phase von Mai 2026 bis Februar 2027 sind davon bis zu 11,2 Milliarden Kronen vorgesehen. Novo Nordisk hält mittlerweile rund 40,2 Millionen eigene B-Aktien im Bestand, das entspricht 0,9 Prozent des Grundkapitals.
Die regelmäßigen Käufe schaffen verlässliche Nachfrage nach der Aktie. Genau das dürfte den jüngsten Kursanstieg von rund 17 Prozent binnen 30 Tagen mitgetragen haben.
Eli Lilly setzt Wegovy unter Druck
Während die Rückkäufe stützen, bröckelt das operative Geschäft an mehreren Fronten. In Südkorea hat Novo Nordisk seine Landesorganisation umgebaut. Die Sparten für Adipositas und Diabetes wurden zusammengelegt, dazu kam ein Wechsel im Management. Branchenbeobachter werten das als Versuch, Entscheidungswege zu verkürzen und Ressourcen zu bündeln.
Der Umbau kommt nicht zufällig. Im ersten Quartal erzielte Eli Lillys Mounjaro in Südkorea Umsätze von umgerechnet rund 323 Milliarden Won. Wegovy kam nur auf etwa 104 Milliarden Won, weniger als ein Drittel davon. Novo Nordisk reagierte mit einer Preissenkung von rund 40 Prozent im Großhandel, konnte den Marktanteilsverlust damit aber nicht stoppen.
Ähnlich sieht es in den USA aus. Zepbound, ebenfalls ein Tirzepatid-Präparat von Eli Lilly, hat Wegovy bei den wöchentlichen Verschreibungen um mehr als 100.000 überholt. Der Marktanteil von Zepbound liegt inzwischen bei knapp 60 Prozent.
Pipeline: Neue Partnerschaft für Implantate
Abseits des Preiskampfs baut Novo Nordisk seine Forschung zu langwirksamen Wirkstoffträgern aus. Eine neue Vereinbarung sieht vor, Semaglutid-Implantate von Vivani Medical intern zu prüfen. Das Implantat NPM-139 nutzt die sogenannte NanoPortal-Plattform und wird für die langfristige Gewichtskontrolle entwickelt. Ein Ergebnis der Prüfung steht noch aus.
Charttechnik zeigt Erholung mit Grenzen
Die Kurserholung hat der Aktie technisch spürbaren Rückenwind gegeben. Novo Nordisk notiert derzeit rund 10 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 39,51 Euro und knapp 7 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,60 Euro. Zum 52-Wochen-Tief von 30,25 Euro, erreicht am 2. März, beträgt der Abstand mittlerweile über 43 Prozent.
Der Blick nach oben relativiert die Erholung allerdings deutlich. Zum bisherigen Jahreshoch von 61,20 Euro aus dem Juli 2025 fehlen der Aktie noch immer rund 29 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht damit ein Minus von gut 29 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt die Aktie knapp 3 Prozent im Minus. Der RSI von 66 signalisiert zudem, dass der jüngste Anstieg die Aktie in Richtung überkaufter Zone gebracht hat — eine kurzfristige Verschnaufpause wäre charttechnisch keine Überraschung.
Das Rückkaufprogramm läuft noch bis Februar 2027 und dürfte der Aktie weiter eine gewisse Unterstützung geben. Ob die Umstrukturierung in Korea tatsächlich Verschreibungstrends zugunsten von Wegovy dreht, bleibt jedoch offen. Solange Eli Lilly in den beiden wichtigsten Märkten weiter Anteile gewinnt, bleibt der operative Gegenwind für Novo Nordisk bestehen.
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