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Symbolbild, KI-generiert

Notenbanken steigern Goldkäufe um 42 Prozent

Zentralbanken stockten ihre Goldreserven im dritten Quartal auf, während die Nachfrage privater Käufer nach Barren und Goldpapieren sank.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zentralbanken kauften 321 Tonnen Gold
  • Notenbankkäufe stiegen binnen Jahresfrist um 42 Prozent
  • Physisches Anlagegold verlor 19 Prozent Nachfrage
  • Goldgedeckte Wertpapiere verzeichneten sechs Prozent Rückgang

Zentralbanken weltweit nutzen die Kursverluste beim Gold und stocken ihre Bestände deutlich auf, während Privatanleger dem Edelmetall den Rücken kehren. In den Monaten Juli bis September erwarben die Währungshüter weltweit 321 Tonnen Gold. Das entspricht einem Zuwachs von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Nach einem verhaltenen Jahresauftakt beschleunigten die Notenbanken ihre Zukäufe im zweiten und dritten Quartal spürbar. Das Kaufvolumen lag damit klar über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Währungshüter glitten damit antizyklisch in den Markt, nachdem der Goldpreis zuvor stark nachgegeben hatte.

Anleger meiden Barren und Wertpapiere

Privatanleger agieren derzeit völlig anders als die Zentralbanken. Nachdem die Notierung für eine Feinunze zu Beginn des Jahres ein Rekordhoch bei knapp 5.600 Dollar markiert hatte, rutschte der Kurs zuletzt auf 3.947 Dollar ab. Dieser Rücksetzer um rund 30 Prozent verunsichert das private Publikum spürbar.

Statt günstige Einstiegskurse zu nutzen, ziehen sich viele Investoren zurück. Das schlägt sich besonders im Handel mit Barren und Münzen nieder.

Die weltweite Nachfrage nach physischem Anlagegold fiel im dritten Quartal auf 267,8 Tonnen. Das bedeutet ein Minus von 19 Prozent im Jahresvergleich. Dabei drifteten die wichtigsten Märkte auseinander: Während die Nachfrage in China zulegte, ging das Kaufinteresse in Indien deutlich zurück.

Skepsis auch bei Goldpapieren

Ähnlich zurückhaltend präsentierten sich Käufer von Wertpapieren, die mit physischem Gold hinterlegt sind. Hier sank das Volumen im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 211,2 Tonnen.

Während institutionelle Reservemanager langfristig Reserven diversifizieren, fehlen den Finanzmärkten derzeit die Impulse der Privatanleger. Die Notenbanken fangen diesen Nachfrageausfall bislang zu großen Teilen auf. Ob sich das Kaufverhalten der Privaten bei einer Bodenbildung des Kurses wieder belebt, hängt vor allem von der weiteren Preisentwicklung im laufenden Schlussquartal ab.

Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.