Zentralbanken weltweit nutzen die Kursverluste beim Gold und stocken ihre Bestände deutlich auf, während Privatanleger dem Edelmetall den Rücken kehren. In den Monaten Juli bis September erwarben die Währungshüter weltweit 321 Tonnen Gold. Das entspricht einem Zuwachs von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Nach einem verhaltenen Jahresauftakt beschleunigten die Notenbanken ihre Zukäufe im zweiten und dritten Quartal spürbar. Das Kaufvolumen lag damit klar über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Währungshüter glitten damit antizyklisch in den Markt, nachdem der Goldpreis zuvor stark nachgegeben hatte.
Anleger meiden Barren und Wertpapiere
Privatanleger agieren derzeit völlig anders als die Zentralbanken. Nachdem die Notierung für eine Feinunze zu Beginn des Jahres ein Rekordhoch bei knapp 5.600 Dollar markiert hatte, rutschte der Kurs zuletzt auf 3.947 Dollar ab. Dieser Rücksetzer um rund 30 Prozent verunsichert das private Publikum spürbar.
Statt günstige Einstiegskurse zu nutzen, ziehen sich viele Investoren zurück. Das schlägt sich besonders im Handel mit Barren und Münzen nieder.
Die weltweite Nachfrage nach physischem Anlagegold fiel im dritten Quartal auf 267,8 Tonnen. Das bedeutet ein Minus von 19 Prozent im Jahresvergleich. Dabei drifteten die wichtigsten Märkte auseinander: Während die Nachfrage in China zulegte, ging das Kaufinteresse in Indien deutlich zurück.
Skepsis auch bei Goldpapieren
Ähnlich zurückhaltend präsentierten sich Käufer von Wertpapieren, die mit physischem Gold hinterlegt sind. Hier sank das Volumen im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 211,2 Tonnen.
Während institutionelle Reservemanager langfristig Reserven diversifizieren, fehlen den Finanzmärkten derzeit die Impulse der Privatanleger. Die Notenbanken fangen diesen Nachfrageausfall bislang zu großen Teilen auf. Ob sich das Kaufverhalten der Privaten bei einer Bodenbildung des Kurses wieder belebt, hängt vor allem von der weiteren Preisentwicklung im laufenden Schlussquartal ab.
