Northrop Grumman füllt die Auftragsbücher wie nie zuvor. Allerdings schwächelt der Aktienkurs seit Jahresbeginn. Im Hintergrund wächst derweil ein Berg aus Milliarden-Bestellungen, während die US-Luftwaffe beim Großprojekt B-21 Raider nun aufs Tempo drückt.
Der Rüstungskonzern meldet einen finanzierten Auftragsbestand von 95,61 Milliarden US-Dollar. Diese Summe sichert die Auslastung der langfristigen Verteidigungsprogramme auf Jahre ab. Ein wesentlicher Treiber sind erweiterte Verträge für den Tarnkappenbomber B-21.
Das Management hält an seinen Zielen für das Geschäftsjahr 2026 fest. Der Umsatz soll zwischen 43,5 und 44,0 Milliarden US-Dollar liegen. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt der Konzern einen Wert von bis zu 27,90 US-Dollar an.
Testphase für den B-21 Raider
Der Tarnkappenbomber hat diesen Monat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Erstmals steuerte ein Einsatzpilot der Luftwaffe die Maschine gemeinsam mit einem Testpiloten. Damit verlässt das Programm die reine Flugerprobung und wechselt in die Bewertung der Kampffähigkeit.
Die US-Regierung investiert massiv in die Beschleunigung. Rund 4,5 Milliarden US-Dollar fließen zusätzlich in das Projekt, um die Auslieferung voranzutreiben. Bis Ende 2026 sollen zwei weitere Flugzeuge fertiggestellt sein. Das Ziel ist die volle Einsatzbereitschaft bis 2027.
Strategische Nischen und neue Technik
Parallel dazu baut Northrop Grumman seine Position bei Drohnen und Energiequellen aus. Das Unternehmen entwickelt im DARPA-Programm „Rads to Watts“ nukleare Mikrostromsysteme für extreme Umgebungen. Partner bei diesem Projekt ist unter anderem die Morgan State University.
Hinzu kommt ein Platz im Bieterpool für das CCA-Programm. In diesem sechsjährigen Rahmenvertrag geht es um Software für autonom fliegende Kampfjets. Der Fokus liegt auf digitaler Entwicklung und kontinuierlichem Wettbewerb im Sektor der Begleitdrohnen.
An der Börse spiegelt sich dieser operative Fortschritt bisher kaum wider. Die Aktie notiert mit 459,60 Euro rund 13 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 671 Euro bleibt das Papier damit weit entfernt.
Im Juli 2026 veröffentlicht das Unternehmen seine Zahlen zum zweiten Quartal. Im Fokus steht dann die Neuausrichtung des Sentinel-Programms. Die Interkontinentalrakete soll noch in diesem Jahr eine wichtige Zertifizierung zurückerhalten.
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