Das Technologieunternehmen Northern Data hat am vergangenen Freitag die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Während das operative Geschäft einen Umsatz von rund 54 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von etwa 23 Millionen Euro generierte, wird das Ergebnis durch eine erhebliche bilanzielle Belastung überschattet.
Eine nicht zahlungswirksame Wertminderung in Höhe von 251 Millionen Euro belastet die Bilanz des Anbieters von Infrastrukturlösungen für High-Performance-Computing massiv.
Neubewertung der Peak-Mining-Forderungen
Hintergrund der hohen Abschreibung ist die Anpassung des beizulegenden Zeitwerts einer Forderung, die aus dem Verkauf des Peak-Mining-Geschäfts resultiert. Diese bedingte Gegenleistung wurde zum Jahresende 2025 noch mit 271 Millionen Euro in den Büchern geführt. Zum 30. Juni 2026 sank dieser Buchwert auf lediglich 20 Millionen Euro.
Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit veränderten Rahmenbedingungen. Medienberichten zufolge flossen neue Annahmen bezüglich eines möglichen Verkaufs der Standorte in Corpus Christi sowie angepasste Erwartungen an die künftige Entwicklung des Bitcoin-Preises in die Bewertung ein.
Zudem spielte das Auslaufen einer Kaufoption eine Rolle. Da ein zeitnaher Verkauf der betreffenden Standorte derzeit nicht erwartet wird, sah sich die Geschäftsführung zur Korrektur der Wertansätze gezwungen.
Übernahme durch Rumble und bevorstehendes Delisting
Parallel zu den bilanziellen Herausforderungen schreitet die Integration in den US-Konzern Rumble Inc. voran. Bereits im Juni wurde der Vollzug des Tauschangebots gemeldet. Dabei wurden Rumble insgesamt 8.174.379 Aktien angedient, was rund 46,2 % der Papiere entsprach, die keinen separaten Unterstützungsvereinbarungen unterlagen. Zusammen mit bereits zugesicherten Anteilen sicherte sich Rumble damit eine Mehrheit von etwa 85,2 % an Northern Data.
Mit dieser Konsolidierung geht eine strategische Neuorientierung an der Börse einher. Rumble kündigte an, unmittelbar nach Abschluss der Transaktion ein Delisting der Northern-Data-Aktien aus dem Freiverkehr der Börse München zu beantragen. Damit endet voraussichtlich die Zeit des Unternehmens als eigenständig börsennotierte Einheit im m:access-Segment.
Führungsaustausch und Kursentwicklung
Auch auf personeller Ebene gab es zuletzt deutliche Veränderungen. Im Juni wurde der Rücktritt des Co-CEOs bekannt, gefolgt von weiteren Anpassungen im Board im Juli. Zu den meldepflichtigen Vorgängen zählten zudem Directors‘-Dealings-Meldungen, unter anderem durch Dr. Tom Oliver Schorling im Juni.
An der Börse zeigt sich der Wert heute volatil. Der aktuelle Kurs kletterte um 7,89 % auf 6,91 Euro. Trotz dieser kurzfristigen Erholung notiert das Papier seit Jahresbeginn deutlich im Minus und verzeichnete in diesem Zeitraum einen Rückgang von 55,28 %.
Vor genau einem Jahr markierte der Titel am 11. August 2025 noch sein 52-Wochen-Hoch bei 24,78 Euro, wovon die Notierung aktuell mehr als 72 % entfernt ist. Nachdem das Papier im Juli ein Jahrestief bei 4,59 Euro markiert hatte, stabilisierte sich der Kurs zuletzt wieder etwas oberhalb dieser Marke.
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