Nordic Mining steht vor einer kritischen finanziellen Belastungsprobe. Wie das Unternehmen gestern bekannt gab, reichen die aktuellen Barreserven voraussichtlich nur noch bis zum 4. September aus.
Um den Betrieb des zentralen Engebø-Projekts über diesen Zeitpunkt hinaus bis November sicherzustellen, benötigt der norwegische Bergbaukonzern eine kurzfristige Kapitalspritze in Höhe von 10 bis 15 Millionen US-Dollar.
Am heutigen Mittwoch reagiert die Aktie im Handel mit einem deutlichen Plus von 9,70 % auf 2,94 NOK, nachdem das Papier über die vergangenen sieben Tage einen massiven Rückgang von 39,63 % verzeichnet hatte.
Technische Probleme am Engebø-Projekt
Die Ursache für den plötzlichen Liquiditätsengpass liegt in erheblichen Verzögerungen beim Hochfahren der Produktion am Standort Engebø Rutile and Garnet. Technische Schwierigkeiten bei der Rutil-Trennung sowie Komplikationen mit Granatfeinstoffen haben dazu geführt, dass die ursprünglichen Produktionsprognosen revidiert werden mussten.
Da der geplante Ausstoß nicht erreicht wurde, entstanden Einnahmeverluste, die nun zu der Deckungslücke führen. Nordic Mining plant derzeit, das benötigte Kapital über eine Aufstockung bestehender Finanzinstrumente zu beschaffen.
Um die technische Situation objektiv bewerten zu lassen, hat das Tochterunternehmen Engebø Rutile and Garnet AS das Beratungsunternehmen SRK Consulting mit einer unabhängigen Prüfung beauftragt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden für den 4. September erwartet und sollen die Grundlage für weitere Finanzierungsgespräche bilden.
Einigung mit Anleihegläubigern erzielt
Parallel zu den operativen Problemen verhandelt das Unternehmen intensiv mit seinen Kreditgebern. Mehr als zwei Drittel der Inhaber der vorrangig besicherten Anleihen stimmten am Freitag einem Aufschub für eine fällige Zinszahlung in Höhe von 46,2 Millionen NOK zu.
Die ursprünglich am 9. August fällige Zahlung wurde ebenfalls auf den 4. September verschoben. Dieser Aufschub ist jedoch mit deutlich verschlechterten Konditionen für das Unternehmen verbunden.
Der Zinssatz für die besicherten Anleihen steigt infolge der Vereinbarung von 12,50 % auf 15,00 % pro Jahr. Die zusätzlichen 250 Basispunkte werden dabei als Sachkapitalisierung (Payment-In-Kind) dem Schuldenstand zugerechnet.
Zudem wurde eine Zustimmungsgebühr in Höhe von 3,1 Millionen US-Dollar fällig, die direkt auf den Nennbetrag der Verbindlichkeiten aufgeschlagen wurde. Im Gegenzug verringerten die Gläubiger die geforderte Mindestliquidität vorübergehend von 10 Millionen auf 2 Millionen US-Dollar.
Rechtliche Unsicherheiten im Førdefjord
Zusätzlich zur finanziellen Lage belastet ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Norwegens das Projekt. Das Gericht erklärte die Genehmigungen für die Verbringung von Abfällen in den Førdefjord aufgrund von Verfahrensfehlern für ungültig.
Zwar hat das Ministerium für Klima und Umwelt vorerst gestattet, den Betrieb unter den bestehenden Bedingungen fortzuführen, während die Regierung eine neue Bewertung vornimmt, doch die langfristige rechtliche Absicherung des Standorts bleibt vorerst ungeklärt.
Medienberichten zufolge bewerten quantitative Analysen den fairen Wert der Aktie zwar oberhalb des aktuellen Niveaus, weisen jedoch gleichzeitig auf eine statistische Überbewertung im Vergleich zu Branchennachbarn hin. Weitere Klarheit über die finanzielle Verfassung und den Fortschritt bei der Behebung der technischen Mängel erhoffen sich Anleger vom kommenden Dienstag, wenn Nordic Mining den Zwischenbericht für das zweite Quartal 2026 vorlegt.
Nordic Mining-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nordic Mining-Analyse vom 12. August liefert die Antwort:
Die neusten Nordic Mining-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nordic Mining-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nordic Mining: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
