Für mich liegt der entscheidende Punkt bei Nordex im Zusammenspiel von Auftragsnachschub und Umsetzung: Ein wachsendes Geschäft wird für Anleger besonders interessant, wenn zugleich die Ertragskraft steigt. Die in dieser Woche veröffentlichten Geschäftszahlen liefern dafür Anhaltspunkte. Gestern gewann die Aktie 4,3%. Mein Blick richtet sich dabei auf die Frage, wie belastbar die Verbindung zwischen Wachstum und Profitabilität ist.
Beim Ausbau der Windenergie lässt sich der Erfolg eines Unternehmens aus Anlegersicht an zwei Stellen prüfen: beim Gewinnen neuer Projekte und bei deren wirtschaftlicher Abwicklung. Nordex bietet für beide Seiten konkrete Anknüpfungspunkte. Die positive Einordnung trägt allerdings nur, solange aus dem Auftragsbestand auch profitables Geschäft wird.
Wachstum mit höherem Ergebnis verbinden
Im dritten Quartal 2026 erreichte Nordex ein EBITDA von EUR 278,2 Mio. Im Vorjahresquartal waren es EUR 135,9 Mio. Damit hat sich das operative Ergebnis mehr als verdoppelt.
Das ist für mich der stärkste Befund der Geschäftszahlen dieser Woche. Er spricht für eine verbesserte Ertragskraft, sofern Nordex dieses Niveau auch bei der weiteren Umsetzung seiner Projekte absichern kann. Die Qualität des Wachstums verdient deshalb mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit wie dessen Geschwindigkeit.
Die EBITDA-Marge erreichte 12,7 %. Der Quartalsumsatz betrug EUR 2,2 Mrd., der Nettogewinn EUR 147,1 Mio. Neben dem operativen Ergebnis stehen also auch ein konkretes Geschäftsvolumen und ein positives Ergebnis unter dem Strich.
Der Auftragsbestand als Bewährungsprobe
Die andere Seite der Geschichte ist der Projektvorrat. Er gibt der Ergebnisentwicklung eine geschäftliche Grundlage. Für meine Einordnung ist deshalb entscheidend, dass die verbesserte Profitabilität mit weiterem Auftragsnachschub zusammentrifft.
Im dritten Quartal 2026 stieg der Auftragseingang im Segment Projects um 29,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Er erreichte 2.810 MW.
Das spricht für Nordex, sofern die zusätzlichen Projekte wirtschaftlich erfolgreich abgewickelt werden. Genau hier liegt die Verbindung zwischen dem größeren Thema Windenergieausbau und der einzelnen Aktie: Wachstum muss sich in Ergebnissen niederschlagen.
Zum 30. September 2026 lag der Auftragsbestand bei EUR 19,3 Mrd. Dieser Projektvorrat macht die Umsetzung für die weitere Beurteilung besonders wichtig.
Auch Jefferies setzte gestern bei diesem Zusammenhang an. Das Analysehaus bestätigte seine Kaufempfehlung. Analyst Constantin Hesse verwies auf verbesserte Umsetzung und gesundes Auftragsmomentum.
Für mich ist diese Verbindung überzeugender als eine isolierte Betrachtung von Auftragseingang oder Marge. Gute Voraussetzungen für 2027 sieht Jefferies bei einem Kursziel von EUR 63. Die positive Perspektive bleibt an eine konkrete Bedingung gebunden: Nordex muss den Projektvorrat mit jener Ertragskraft abarbeiten, die die Geschäftszahlen dieser Woche erkennen lassen.
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