Umsatz plus elf Prozent, Gewinn fast versiebenfacht, erstmals eine Ausschüttungsstrategie: Nordex hat das erste Quartal 2026 mit einer Reihe von Meilensteinen abgeschlossen. Was die Zahlen nicht lösen, ist die Frage, wie viel davon der Markt bereits eingepreist hat.
Starker Jahresauftakt
Der Umsatz kletterte im ersten Quartal auf 1,6 Milliarden Euro. Das EBITDA legte um rund 64 Prozent auf 130,7 Millionen Euro zu, die Marge verbesserte sich von 5,5 auf 8,2 Prozent. Unter dem Strich stand ein Konzerngewinn von 53,6 Millionen Euro — nach 7,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt stieg auf 910.000 Euro, ein Plus von 4,6 Prozent. Das Management bestätigte die Jahresprognose: Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro, EBITDA-Marge zwischen 8,0 und 11,0 Prozent — und sieht sich auf Kurs, das obere Ende der Zielspannen zu erreichen.
Auftragsbuch auf Rekordstand
Der Auftragsbestand erreichte Ende März 17,0 Milliarden Euro, nach 13,5 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Der Auftragseingang im Projektgeschäft ging zwar um 14 Prozent auf 1.869 Megawatt zurück — das laufende Buch ist dennoch so groß wie nie.
Die Produktion stieg um 23,5 Prozent auf 1.494 Megawatt. Der freie Cashflow lag bei minus 98,1 Millionen Euro, was das Unternehmen mit der Normalisierung des Working Capitals nach Jahresende 2025 erklärt. Mit einer Netto-Cash-Position von rund 1,5 Milliarden Euro bleibt die Bilanz komfortabel.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nordex?
Analysten uneinig, Ausschüttung geplant
Deutsche Bank Research hob das Kursziel auf 59 Euro an und bleibt bei „Buy“. Die Citigroup folgte mit einer Anhebung auf 48 Euro, hält aber an „Neutral“ fest. Bernstein Research und RBC Capital Markets sehen das anders: Bernstein nennt 40 Euro als Ziel, RBC bekräftigte „Underperform“ mit einem Kursziel von 38 Euro. Sechs Kaufempfehlungen stehen derzeit zwei Halte-Einstufungen gegenüber — von Verkaufsempfehlungen ganz zu schweigen.
Das dürfte spannend werden: Auf der Hauptversammlung am 5. Mai in Rostock stellt der Vorstand eine neue Ausschüttungsstrategie vor. Ab 2027 plant Nordex eine jährliche Mindestausschüttung von 50 Millionen Euro — wahlweise als Dividende oder Aktienrückkauf. Jahrelang schüttete das Unternehmen nichts aus. Ausschüttungsfähige Gewinne im HGB-Einzelabschluss entstehen erst im laufenden Jahr 2026, weshalb für 2026 selbst keine Zahlung vorgesehen ist.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 58 Prozent zugelegt. Ob das gestiegene Preisniveau bei Neuverträgen die Margen langfristig trägt, wird sich spätestens mit den Zahlen zum zweiten Quartal im Sommer zeigen — dem nächsten konkreten Stresstest für die ambitionierte Jahresprognose.
Nordex-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nordex-Analyse vom 1. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Nordex-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nordex-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nordex: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
