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Symbolbild, KI-generiert

Nordex Aktie: 3,35 Prozent Minus trotz Türkei-Auftrag

Trotz eines Großauftrags aus der Türkei fällt die Nordex-Aktie. Konjunktursorgen und Margendruck belasten die Stimmung der Anleger stärker als positive Projektmeldungen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neuer Auftrag aus der Türkei
  • Aktie fällt trotz positiver Nachricht
  • Konjunktursorgen belasten den Kurs
  • Fokus liegt auf Margenentwicklung

Ein neuer Auftrag aus der Türkei trifft bei Nordex auf einen schwachen Börsentag. Operativ liefert der Windanlagenbauer weiter Nachrichten, die zum Auftragsbild passen. Am Markt überwiegt am Mittwoch trotzdem die Vorsicht: Der jüngste Rückgang zeigt, dass Investoren stärker auf Konjunktur, Margen und Bewertung schauen als auf die nächste Projektmeldung.

Die Aktie notiert bei 40,94 Euro und verliert am Tag 3,35 Prozent. Trotz eines Plus von 36,19 Prozent seit Jahresanfang wirkt die kurzfristige Dynamik angeschlagen.

Türkei bleibt ein Kernmarkt

Der Auftrag kommt von Eksim Enerji, einem langjährigen Kunden. Nordex liefert und errichtet 16 Turbinen des Typs N175/6.X aus der Delta4000-Serie.

Die Anlagen sind für Balıkesir-3 im Westen der Türkei vorgesehen. Die Gesamtkapazität des Windparks liegt bei 110 Megawatt.

Teil des Pakets ist ein Premium-Service-Vertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Damit bindet Nordex nicht nur Hardware an den Kunden, sondern auch Wartungserlöse über einen längeren Zeitraum.

Für Nordex ist das mehr als ein Einzelauftrag. Seit 2017 kommt der Konzern in der Türkei auf einen Marktanteil von rund 34 Prozent und sieht sich dort als Marktführer. Der vor wenigen Tagen gemeldete Produktionsstart einer neuen Rotorblattfertigung in Izmir passt in dieses Bild.

Warum der Kurs trotzdem fällt

Die Börse honoriert den Auftrag bislang nicht. Das liegt weniger an der Projektmeldung selbst, sondern an der Stimmung rund um konjunktursensible Industrie- und Energiewerte.

Der Sachverständigenrat senkte seine BIP-Prognose für Deutschland auf 0,5 Prozent. Als Belastungsfaktor gelten unter anderem geopolitische Spannungen. Hinzu kommen Warnungen der EZB vor möglichen Korrekturen an den Aktienmärkten, die Risikobereitschaft im Sektor zusätzlich dämpfen.

Für Nordex ist das Timing ungünstig. Die Aktie hatte stark zugelegt, nun reichen gute Auftragsmeldungen allein offenbar nicht mehr aus. Der Markt will sehen, ob aus dem hohen Auftragsbestand auch bessere Margen entstehen.

Bewertung und nächster Prüfpunkt

Auf Basis aktueller Schätzungen liegt der erwartete Gewinn je Aktie bei etwa 1,90 Euro. Daraus ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 22,3, bei einer Marktkapitalisierung von etwa 10 Milliarden Euro.

Am selben Tag veröffentlichte Nordex eine Umweltproduktdeklaration für das Turbinenmodell N175/6.X. Sie weist das Treibhauspotenzial über den gesamten Lebenszyklus aus und ergänzt damit die Nachhaltigkeitskommunikation des Konzerns.

Der nächste harte Prüfpunkt folgt voraussichtlich im Juli mit dem Bericht zum zweiten Quartal. Dann zählen weniger neue Bestellungen als die operative Umsetzung: Entscheidend wird, wie viel Marge Nordex aus dem hohen Auftragsbestand tatsächlich zieht.

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