Nordex setzt seinen Expansionskurs in der Türkei fort. Innerhalb weniger Tage meldete das Unternehmen zwei operative Erfolge: einen neuen 110-Megawatt-Auftrag und den Produktionsstart einer eigenen Rotorblattfabrik. Der Markt reagierte verhalten – die Aktie notiert bei 41,60 Euro, ein leichter Anstieg um 1,12 Prozent im Tagesverlauf. Auf Jahressicht liegt das Plus dennoch bei rund 38 Prozent.
110-MW-Deal mit langjährigem Partner
Den Auftrag erteilte Eksim Enerji. Der türkische Energiekonzern und Nordex arbeiten seit 2010 zusammen. Für den Windpark Balıkesir-3 liefert Nordex 16 Turbinen vom Typ N175/6.X mit einer Nabenhöhe von 119 Metern. Die Anlagen sind als Cold-Climate-Version ausgelegt – sie trotzen extremen Temperaturen auf Höhen zwischen 800 und 950 Metern.
Zum Lieferumfang gehört ein zehnjähriger Premium-Service-Vertrag. Eksim Enerji verwaltet ein Windportfolio von insgesamt 832,8 Megawatt.
Fabrik für 1.200 Rotorblätter pro Jahr
Parallel dazu hat Nordex im Mai die Produktion in Menemen bei Izmir hochgefahren. Die Fertigungshalle erstreckt sich über 90.000 Quadratmeter. Bei voller Auslastung entstehen hier bis zu 1.200 Rotorblätter jährlich – im Vier-Schicht-Betrieb. Rund 1.200 Mitarbeiter sind beschäftigt.
Das Werk liefert zunächst Rotorblätter für die YEKA-Ausschreibungen YEKA-4 und YEKA-5. YEKA ist die türkische Anforderung für lokale Wertschöpfung. Nordex erfüllt diese Spezifikation und sichert sich damit einen Wettbewerbsvorteil – der Konzern hält in der Türkei einen Marktanteil von 34 Prozent. Perspektivisch will Nordex von der Türkei aus auch europäische Windparks beliefern.
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Kursverlauf: Erholung braucht einen Impuls
Die Börse ließ sich von den Meldungen nicht zu stark bewegen. Die Aktie entfernte sich in den vergangenen 30 Tagen um 13 Prozent von ihrem 52-Wochen-Hoch von 49,42 Euro. Der RSI von 37,6 signalisiert eine leichte Unterkühlung. Um den kurzfristigen Abwärtstrend zu brechen, müsste der Kurs auf 46 Euro steigen – das ist die Marke des 20-Tage-Durchschnitts.
Jahresziele bleiben stehen
Operativ hält Nordex an der Prognose für 2026 fest. Der Umsatz soll zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro liegen, die EBITDA-Marge zwischen 8 und 11 Prozent. Seit der Gründung 1985 hat das Unternehmen über 64 Gigawatt Windkraftleistung in mehr als 40 Märkten installiert.
Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob Nordex die Türkei-Erfolge in wachsende Margen übersetzen kann. Der Auftragseingang und die neue Fabrik liefern dafür das Fundament.
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