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Nokia Aktie: Zankore-Plattform mit Indosat und NVIDIA

Nokia baut mit Partnern eine KI-Infrastruktur für Südostasien auf. Analysten heben Kursziele an, während die Aktie trotz jüngster Verluste im Jahresverlauf stark bleibt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • KI-Plattform Zankore für Südostasien
  • Starker Auftragseingang im KI-Bereich
  • Analysten erhöhen Kursziele für Nokia
  • Übernahme von Halbleiterwerk in Arizona

Nokia hat mit dem indonesischen Telekomkonzern Indosat, der Ooredoo Group und NVIDIA eine neue Partnerschaft aus der Taufe gehoben. Unter dem Namen „Zankore“ entsteht eine KI-Infrastrukturplattform für Südostasien, die auf bis zu ein Gigawatt an Kapazität der NVIDIA-DSX-AI-Factory-Technologie ausgelegt ist. Der finnische Netzwerkausrüster positioniert sich damit als zentraler Baustein für den Aufbau regionaler KI-Rechenzentren.

Die Aktie zeigt sich zuletzt allerdings volatil. Am Freitag schloss das Papier bei 8,15 Euro und gab um 1,09 Prozent nach. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 21,97 Prozent, während seit Jahresbeginn noch immer ein Plus von 45,80 Prozent zu Buche steht. Der jüngste Rückschlag relativiert sich damit vor dem Hintergrund einer insgesamt kräftigen Jahresperformance, zeigt aber auch, wie nervös der Markt auf einzelne Nachrichten reagiert.

Wachstum durch KI und Cloud

Fundamental liefert Nokia derzeit Argumente für Optimisten. Im zweiten Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen Nettoumsatz von 4,815 Milliarden Euro, ein Plus von 9 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Das vergleichbare verwässerte Ergebnis je Aktie kletterte auf 0,07 Euro und lag damit 75 Prozent über dem Vorjahreswert. Treiber war ein Auftragseingang im Bereich KI und Cloud von 2,8 Milliarden Euro – ein Beleg dafür, dass Nokia von der Nachfrage nach KI-Rechenzentren profitiert und nicht nur im klassischen Netzwerkgeschäft unterwegs ist.

Ergänzt wird das Wachstumsfeld durch eine kommerzielle AI-RAN-Plattform, die Nokia Anfang August auf Basis von NVIDIA-Technologie vorstellte. Sie soll die Effizienz von Funknetzen steigern und den Übergang zu 6G-Standards vorbereiten. Zusammen mit der Zankore-Partnerschaft zeichnet sich ab, dass Nokia sein Geschäftsmodell zunehmend um KI-Infrastruktur erweitert, ohne das angestammte Netzwerkgeschäft aufzugeben.

Analysten reagieren mit Kurszielanhebungen

Die jüngsten Geschäftszahlen und die Partnerschaften blieben bei Analysten nicht unbemerkt. Bank of America hob am Montag ihr Kursziel für Nokia auf 18,50 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung, begründet mit dem starken Auftragseingang im KI-Bereich. Am selben Tag stufte SEB Equities die Aktie von Hold auf Buy hoch und nannte ein neues Kursziel von 12,00 Euro. Als Begründung führte das Institut ein beschleunigtes Wachstum durch Cloud- und KI-Nachfrage an. Beide Einschätzungen fielen in unmittelbarer Nähe zu den Quartalszahlen und dem Start der neuen KI-Angebote.

Umbau des Konzerns schreitet voran

Parallel zur Wachstumsstory treibt Nokia den strukturellen Umbau des Portfolios voran. Erst am Freitag unterzeichnete der Konzern eine verbindliche Vereinbarung zum Erwerb des Chandler-Halbleiterwerks in Arizona von NXP Semiconductors. Die Anlage soll zu einer Fertigungsstätte für optische Kommunikationschips auf Indium-Phosphid-Basis umgebaut werden, der endgültige Abschluss der Transaktion wird jedoch erst für das erste Quartal 2029 erwartet. Damit sichert sich Nokia langfristig Kapazitäten für Zukunftstechnologien im Bereich optischer Netzwerke.

Im Gegenzug trennt sich der Konzern von Randgeschäften: Bereits am 23. Juli hatte Nokia sein Geschäft mit Fixed Wireless Access-Endgeräten sowie den Bereich Enterprise Campus Edge als aufgegebene Geschäftsbereiche eingestuft, nachdem eine Vereinbarung zum Verkauf der FWA-Sparte geschlossen worden war. Der Konzern konzentriert sich damit klarer auf die margenstärkeren Wachstumsfelder Cloud, KI und optische Netzwerke.

Auf der Kapitalseite bleibt Nokia aktionärsfreundlich. Am Donnerstag zahlte das Unternehmen seine Quartalsdividende an die Anteilseigner aus, der Stichtag für die Berechtigung lag Ende Juli. Der Vorstand verfügt weiterhin über eine Ausschüttungsermächtigung von bis zu 0,06 Euro pro Aktie. Zudem übertrug Nokia am Freitag 957.142 eigene Aktien unentgeltlich an Teilnehmer seiner aktienbasierten Vergütungsprogramme, wodurch sich der Bestand eigener Anteile auf 87.626.482 Stück reduzierte.

Anleger richten den Blick nun auf den 22. Oktober, wenn Nokia seinen Zwischenbericht für das dritte Quartal sowie die ersten neun Monate 2026 veröffentlicht. Bereits am 2. September wird das Management auf der dbAccess European TMT Conference in London auftreten und dort voraussichtlich weitere Details zur KI-Strategie liefern.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.