Künstliche Intelligenz braucht saubere Daten. Bei Telekommunikationsnetzen herrscht hier oft Chaos. Nokia will dieses Problem nun lösen. Ein erfolgreicher Testlauf mit dem Daten-Spezialisten Databricks rückt die Automatisierung von Netzwerken in den Fokus.
Schluss mit Datensilos
Mobilfunknetze nutzen hunderte isolierte Systeme. Jedes System hat seine eigene Architektur. Das macht den flächendeckenden Einsatz von KI fast unmöglich. Nokia und Databricks haben dafür eine einheitliche Datenplattform entwickelt. Diese läuft flexibel in verschiedenen Cloud-Umgebungen oder auf lokalen Servern.
Im aktuellen Pilotprojekt simulierten die Ingenieure die Datenverarbeitung in Echtzeit. Das Ziel: Die Plattform soll die enormen Anforderungen großer Netzbetreiber erfüllen. Entwickler erstellen Daten-Pipelines nur einmal. Danach laufen diese ohne Anpassung auf verschiedenen Systemen.
Auch KI-Agenten kommen zum Einsatz. Sie können durch einfache Sprachbefehle neue Datenprodukte erstellen. Die Folge: Der Fokus liegt klar auf operativer Effizienz. Nokia zielt auf lukrative Unternehmenssoftware ab, nicht auf Endkunden-KI.
Starke Aktie, hohe Erwartungen
An der Börse trifft die Nachricht auf ein starkes Umfeld. Die Nokia-Aktie schloss am Donnerstag bei 12,23 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein massives Plus von fast 120 Prozent auf der Anzeigetafel. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs annähernd verdreifacht.
Anfang Juni erreichte das Papier ein Jahreshoch von knapp 15 Euro. Davon hat sich der Kurs zuletzt wieder um gut 18 Prozent entfernt. Die Schwankungsbreite der Aktie bleibt hoch. Das zeigt die annualisierte Volatilität von 72 Prozent.
Der Weg zur Monetarisierung
Der technische Machbarkeitsnachweis stärkt Nokias Strategie für autonome Netzwerke. Finanzielle Details oder konkrete Kundenaufträge fehlen in der Ankündigung allerdings noch. Die Technologie funktioniert im Testbetrieb. Jetzt muss das Management beweisen, dass Netzbetreiber die Plattform auch im echten Betrieb kaufen und einsetzen.
