Nokia hat eine bemerkenswerte Woche hinter sich. Am Freitag schloss die Aktie an der Helsinkier Börse bei 13,30 Euro — ein Plus von gut 9 Prozent auf Tagesbasis und gleichzeitig ein neues 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs fast verdreifacht.
Morgan Stanley als Katalysator
Den entscheidenden Impuls lieferte Morgan Stanley. Die Bank hob ihr Kursziel für Nokia von 11 auf 14 Euro an und bestätigte die Aktie als Top-Pick. Begründung: Nokias wachsende Rolle bei der Vernetzung von Rechenzentren für KI- und Cloud-Infrastruktur. Für die US-notierten Aktien stieg das Ziel auf 16,50 Dollar.
Der Zeitpunkt passt. Nokia hatte im April starke Erstquartalszahlen vorgelegt. Der Bereich Optical Networks wuchs um 20 Prozent, KI- und Cloud-Kunden legten beim Umsatz sogar 49 Prozent zu. Dazu kamen Bestellungen von einer Milliarde Euro aus diesem Kundensegment — allein in einem Quartal.
Labor in Sunnyvale als Signal
Einen Tag vor dem Morgan-Stanley-Upgrade eröffnete Nokia ein KI-Networking-Innovationslabor im kalifornischen Sunnyvale. Das Labor soll Netzwerkarchitekturen für große KI-Trainingsumgebungen testen und validieren. Partner sind unter anderem AMD, Lenovo, Supermicro und Keysight.
Das ist kein Zufall. Nokia investiert gezielt in genau den Bereich, den Analysten als Wachstumstreiber identifizieren: Hochleistungsnetzwerke für KI-Rechenzentren.
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Für 2026 erwartet Nokia im Segment Network Infrastructure ein Umsatzwachstum von 12 bis 14 Prozent. Optical Networks und IP Networks zusammen sollen um 18 bis 20 Prozent zulegen. Das operative Jahresergebnis soll zwischen 2,0 und 2,5 Milliarden Euro liegen.
Technisch überkauft, fundamental unter Druck
Die Kursdynamik ist beeindruckend — aber sie erzeugt auch Spannung. Der RSI liegt bei knapp 37, was auf einen bereits deutlich gelaufenen Titel hinweist. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt über 100 Prozent. Der Kurs notiert damit weit über seinen langfristigen Mittelwerten.
Mit 13,30 Euro liegt Nokia bereits nah am neuen Morgan-Stanley-Kursziel von 14 Euro. Das lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen. Die nächsten Bewährungsproben sind konkret: Auftragseingang im zweiten Quartal, weiteres Wachstum bei Optical Networks — und der Halbjahresbericht im Juli.
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