Startseite » Europa-Märkte » Nokia Aktie: KI-Aufträge mehr als verdoppelt

Nokia Aktie: KI-Aufträge mehr als verdoppelt

Nokia verzeichnet starkes KI-bedingtes Auftragswachstum, während der Aktienkurs nach einer Korrektur wieder ansteigt. Der Konzern setzt auf die Umwandlung von Bestellungen in Umsatz.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • KI-Aufträge mehr als verdoppelt
  • Ericsson schrumpft, Nokia wächst
  • Aktie erholt sich nach Korrektur
  • Bewertung übertrifft Rivalen Ericsson

Fünfeinhalb Prozent Kursplus an einem einzelnen Handelstag – und trotzdem notiert die Aktie noch immer über 40 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Diese Diskrepanz erzählt die eigentliche Nokia-Geschichte im Sommer 2026: ein Konzern, der sich mitten in einer Neuerfindung befindet, während der Markt noch nicht weiß, wie er das bewerten soll.

Am Dienstag kletterte die Nokia-Aktie auf 8,71 Euro. Der Sprung verlängert eine Rally, die am 23. Juli begann – dem Tag, an dem Nokia seine Quartalszahlen vorlegte. Seitdem fragen sich Investoren, ob der finnische Netzwerkausrüster tatsächlich den Sprung vom klassischen Telekom-Geschäft ins KI-Zeitalter schafft.

Ericsson schrumpft, Nokia wächst

Genau hier liegt der spannendste Punkt der jüngsten Berichtssaison. Während Rivale Ericsson einen Umsatzrückgang meldete, wuchs Nokia im selben Quartal. Der Unterschied lässt sich nicht mit Zufall erklären.

Nokia hat sein Geschäft konsequent auf KI-Infrastruktur ausgerichtet. Die Auftragseingänge für KI- und Cloud-Projekte haben sich im Quartal mehr als verdoppelt – verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das ist eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem ersten Quartal.

CEO Justin Hotard zeigte sich wenig besorgt über eine mögliche KI-Blase, während andere Technologiesegmente unter genau dieser Sorge leiden. Diese Zuversicht wirkt bemerkenswert, kommt sie doch von einem Manager, dessen Unternehmen jahrelang unter schrumpfenden Netzwerkinvestitionen litt.

Vom Auftragsbuch zur echten Bilanz

Für Anleger zählt am Ende nur eines: Werden aus diesen Bestellungen tatsächlich Einnahmen? Das Management rechnet damit, einen Großteil der aktuellen KI- und Cloud-Aufträge innerhalb eines Jahres in Umsatz umzuwandeln.

Diese Umwandlung ist keine Nebensache. Sie entscheidet darüber, ob Nokia sein bestätigtes Jahresziel für das vergleichbare operative Ergebnis erreicht. Geholfen hat dabei auch eine Kürzung der geplanten Investitionsausgaben – Nokia spart also an einer Stelle, um an anderer Stelle zu wachsen.

Der Trend passt zu einem größeren Muster in der Industrie. Zahlreiche Konzerne melden derzeit Rekordzahlen, getrieben von KI-Infrastruktur und Rechenzentren. Nokia positioniert sich dabei nicht mehr als Lieferant von Funkmasten, sondern als Baustein im technischen Rückgrat der KI-Wirtschaft.

Ein Jahr voller Extreme

Der Blick auf die Kursentwicklung zeigt, wie volatil dieser Umbau für Aktionäre war. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 55,85 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 145,13 Prozent – ausgehend vom 52-Wochen-Tief bei 3,46 Euro im vergangenen August. Wer im vergangenen Jahr eingestiegen ist, sitzt auf satten Gewinnen.

Die vergangenen 30 Tage erzählen eine andere Geschichte. Dort verlor die Aktie über 20 Prozent, nachdem Investoren offenbar Gewinne mitnahmen. Der heutige Anstieg liest sich damit auch als Erholung nach einer Phase intensiver Verkäufe – nicht als völlig neue Kaufwelle.

Technisch bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt: Die Aktie notiert gut neun Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Das deutet darauf hin, dass die Korrektur der letzten Wochen eher eine Verschnaufpause war als eine Trendwende nach unten.

Die eigentliche Wette

Mit einer Marktkapitalisierung von 44,43 Milliarden Euro handelt Nokia mittlerweile mit einer Prämie gegenüber Ericsson. Diese Bewertung lässt sich nicht mehr mit dem klassischen Telekom-Geschäft rechtfertigen – der Markt preist stattdessen das Wachstumspotenzial der KI- und Cloud-Sparte ein.

Damit steht Nokia vor einer Bewährungsprobe, die über den nächsten Quartalsbericht am 22. Oktober hinausreicht: Kann das prall gefüllte Auftragsbuch für KI-Netzwerke den strukturellen Rückgang im globalen Smartphone- und klassischen Netzwerkgeschäft dauerhaft ausgleichen? Eine Antwort darauf gibt es noch nicht – nur ein Unternehmen, das gerade beweisen will, dass sein zweiter Akt mehr ist als ein kurzes Strohfeuer.

Anzeige

Nokia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nokia-Analyse vom 4. August liefert die Antwort:

Die neusten Nokia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nokia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nokia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Nokia

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.