Nokia hat sich einen mehrjährigen Vertrag mit Virgin Media O2 gesichert — und baut damit seine Rolle im britischen 5G-Netz weiter aus. Das klingt zunächst nach einer klaren Erfolgsmeldung. Der Blick auf die Details zeigt jedoch ein differenzierteres Bild.
Was der VMO2-Deal wirklich bedeutet
Im Rahmen des sogenannten „Mobile Transformation Plan“ wird Nokia das britische Mobilfunknetz von VMO2 mit seiner AirScale-Produktlinie modernisieren, inklusive Massive-MIMO-Technologie und modularen Basisband-Einheiten. Ziel ist die Vorbereitung auf 5G-Advanced — die nächste Ausbaustufe mit höheren Geschwindigkeiten und geringerer Latenz.
Allerdings teilt sich Nokia den Auftrag mit Ericsson. Berichten zufolge entfallen rund 55 Prozent des Funknetzes auf den schwedischen Konkurrenten, Nokia übernimmt die verbleibenden 45 Prozent. VMO2 plant für 2026 Gesamtinvestitionen von rund 700 Millionen Pfund in seine mobile Infrastruktur — Nokia sichert sich damit einen substanziellen, aber nicht dominanten Anteil.
Neben der Hardware-Lieferung umfasst die Zusammenarbeit gemeinsame Innovationsprogramme zur Netzautomatisierung und KI-gestützten Leistungsoptimierung. Gleichzeitig warnte das Management zuletzt, dass Lieferkettenprobleme und der KI-getriebene Infrastrukturausbau die Gerätepreise belasten.
Indien wächst — aber nicht ohne Umbau
Parallel zum britischen Deal veröffentlichte Nokia seinen Mobile Broadband Index für Indien. Die Prognose: Bis 2031 soll die Zahl der 5G-Nutzer in Indien die Milliarden-Marke überschreiten. Bereits heute läuft fast die Hälfte des indischen Mobilfunkdatenverkehrs über 5G-Netze.
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Nokia beliefert in Indien die drei großen Betreiber Jio, Airtel und Vodafone Idea. 2025 stieg der Umsatz dort um zwölf Prozent auf 16.250 Crore Rupien. Trotzdem läuft eine strukturelle Reorganisation der Regionalführung — um Margen zu sichern, während KI-Dienste die Netzlast verschieben.
Analysten uneins
Die Stimmung unter Analysten spiegelt die Ambivalenz der Lage wider. Goldman Sachs stufte die Aktie Ende März von „Sell“ auf „Neutral“ hoch und hob das Kursziel von 3,50 auf 8,00 Euro an. Am selben Tag stufte Grupo Santander den Titel von „Outperform“ auf „Underperform“ herab — mit einem Kursziel von 6,85 Euro. Der Konsens von 22 Analysten liegt derzeit bei 6,55 Euro und damit leicht unterhalb des aktuellen Kursniveaus von rund 6,93 Euro.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 24 Prozent zugelegt, steht aber in den vergangenen sieben Tagen mit gut vier Prozent im Minus. Der Markt scheint die Frage noch nicht beantwortet zu haben, ob die gewonnenen Aufträge die steigenden Kostenrisiken langfristig kompensieren können.
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