Nokia hat eine bemerkenswerte Woche hinter sich. Der Kurs kletterte auf ein 52-Wochen-Hoch von 14,14 Euro — und das nach einem Anstieg von fast 154 Prozent seit Jahresbeginn. Hinter dieser Rally steckt mehr als Markteuphorie.
Insider setzt klares Zeichen
Konstanty Owczarek, Nokias Chief Development Officer, hat im Mai zweimal zugekauft. Am 22. Mai erwarb er knapp 32.600 American Depositary Receipts an der NYSE zu durchschnittlich 15,35 Dollar — ein Volumen von rund 500.000 Dollar. Vier Tage später folgte ein weiterer Kauf: gut 37.400 Aktien zu einem VWAP von 15,99 Dollar. Beide Transaktionen meldete Nokia unter der EU-Marktmissbrauchsverordnung.
Insider kaufen selten ohne Überzeugung. Zwei Käufe innerhalb einer Woche, beide im sechsstelligen Bereich — das ist ein Signal.
Neue Führung für das Mobilfunkgeschäft
Nokia besetzt auch eine wichtige Führungsposition neu. Emma Falck übernimmt ab 1. September 2026 den Posten als Präsidentin von Mobile Infrastructure und tritt in das Konzernleitungsteam ein. Sie kommt von Siemens, wo sie als Executive Vice President für Produkte in der Smart-Infrastructure-Sparte tätig war.
Ihre Aufgabe: Nokias Mobilfunksparte auf 5G Advanced und 6G ausrichten. Der Konzern will das Geschäft stärker softwarebasiert aufstellen und auf offene Schnittstellen setzen.
KI und Cloud als Wachstumsmotor
Die Zahlen aus dem ersten Quartal 2026 untermauern die Strategie. Das vergleichbare operative Ergebnis stieg um 54 Prozent auf 281 Millionen Euro — deutlich über der Konsensschätzung von 250 Millionen Euro. KI- und Cloud-Kunden steuerten eine Milliarde Euro an neuen Aufträgen bei, der Umsatz in diesem Segment wuchs um 49 Prozent.
Optical Networks legte um 20 Prozent zu, Network Infrastructure insgesamt um 6 Prozent. KI- und Cloud-Erlöse machen bislang 8 Prozent des Gesamtumsatzes aus — der Anteil dürfte weiter steigen.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt Nokia ein vergleichbares operatives Ergebnis zwischen 2,0 und 2,5 Milliarden Euro an. Die Wachstumsprognose für die Optical- und IP-Networks-Sparte hob das Unternehmen auf 18 bis 20 Prozent an.
Analysten ziehen nach
Die Bewertung hat sich entsprechend verschoben. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis kletterte in den vergangenen Monaten von 17 auf 36. Morgan Stanley hält an „Overweight“ mit einem Kursziel von 16,50 Dollar fest. CFRA stufte die Aktie auf „Buy“ hoch und nannte 16 Dollar als Ziel. Argus bekräftigte ebenfalls „Buy“ mit einem Ziel von 15 Dollar. JPMorgan wechselte auf „Overweight“.
Der nächste konkrete Prüfstein ist das zweite Quartal — die Zahlen werden zeigen, ob Nokia den KI-Rückenwind in anhaltende Margenverbesserung ummünzen kann.
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