Goldman Sachs hat selten so drastisch die Meinung gewechselt. Ende März stufte die US-Investmentbank Nokia von „Sell“ auf „Neutral“ hoch und verdoppelte das Kursziel nahezu — von 3,50 auf 8,00 Euro. Dieser Schritt war einer der wichtigsten Auslöser für den jüngsten Kursanstieg, der die Nokia-Aktie am Freitag auf ein neues 52-Wochen-Hoch trieb.
Goldman dreht — und der Markt folgt
Hinter dem Sinneswandel von Goldman Sachs steckt eine veränderte Einschätzung des Optical- und IP-Netzwerkgeschäfts. Die Bank sieht Nokia als Profiteur des anhaltenden KI-Infrastrukturausbaus: Optische Netze verbinden KI-Rechenzentren und gewinnen in einem Umfeld mit begrenzten Rechen- und Energiekapazitäten an strategischer Bedeutung. Nokia selbst hatte Ende 2025 einen Auftragsbestand von rund 2,5 Milliarden Euro aus dem KI- und Cloud-Segment ausgewiesen.
Auch Morgan Stanley zog nach und erhöhte sein Kursziel von 6,50 auf 8,50 Euro. Das Handelsvolumen am Freitag lag mit rund 88,7 Millionen gehandelten Aktien fast doppelt so hoch wie der Dreimonatsdurchschnitt — ein deutliches Zeichen für das gestiegene Anlegerinteresse. Parallel dazu stieg das Call-Optionsvolumen auf über 58.000 Kontrakte, rund 27 Prozent über dem üblichen Niveau.
Zwischen UK-Auftrag und laufendem Umbau
Zusätzlichen Rückenwind lieferte ein Mehrjahresvertrag mit Virgin Media O2 zum Ausbau des britischen 5G-Netzes. Nokia liefert dabei sein AirScale-Portfolio inklusive energieeffizienter Massive-MIMO-Antennen — ein Auftrag, der die Relevanz des Unternehmens im europäischen Mobilfunkmarkt unterstreicht.
Im Hintergrund läuft jedoch ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm. Nokia baut weltweit bis zu 14.000 Stellen ab — rund 20 Prozent der Belegschaft — als Reaktion auf schwächere Nachfrage im Telekomsektor. Das Mobilfunkinfrastrukturgeschäft, einst rund die Hälfte der Konzernerlöse, macht heute nur noch etwa 30 Prozent aus.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nokia?
Hinzu kommt die im Februar 2025 abgeschlossene Übernahme von Infinera Corporation. Nokia erwartet, dass der Deal bereits 2025 positiv auf Gewinn und Ergebnis je Aktie wirkt, und peilt bis 2027 Synergien von über 200 Millionen Euro beim vergleichbaren Betriebsergebnis an.
Quartalszahlen am 23. April als nächster Prüfstein
Die Aktie notiert aktuell auf ihrem 52-Wochen-Hoch und hat sich seit dem Tief vom vergangenen August mehr als verdoppelt. Gemessen an einem Zwei-Jahres-Forward-KGV von rund 17 handelt Nokia mit einem Aufschlag von etwa 10 Prozent gegenüber dem breiten europäischen Tech-Sektor — historisch war hier eher ein Abschlag von rund 40 Prozent üblich.
Ob die Bewertung gerechtfertigt ist, werden die Quartalszahlen am 23. April zeigen. Anleger werden vor allem prüfen, ob das Optical-Segment tatsächlich von der KI-getriebenen Nachfrage profitiert und neue 5G-Verträge die Schwäche im Mobilfunkgeschäft ausgleichen können.
Nokia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nokia-Analyse vom 5. April liefert die Antwort:
Die neusten Nokia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nokia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nokia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
