Nokias Rally lebt nicht mehr allein von der Hoffnung auf bessere Telekom-Ausgaben. Der Markt bewertet den Konzern zunehmend als Ausrüster für KI-Rechenzentren und Hochgeschwindigkeitsnetze. Genau diese These muss das Management in den kommenden Tagen untermauern.
Am Montag schloss die Aktie bei 11,72 Euro und markierte damit ein neues Verlaufshoch; binnen eines Monats steht ein Plus von 39,75 Prozent. Seit Jahresanfang hat sich der Wert mehr als verdoppelt, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt inzwischen bei 100,78 Prozent.
Investoren warten auf Details
Nokia tritt kommende Woche auf der J.P. Morgan Global Technology, Media and Communications Conference in Boston auf. Geplant ist ein Fireside Chat mit CEO Justin Hotard; parallel führt das Investor-Relations-Team Gespräche in Paris.
Das Timing passt. Investoren wollen mehr zur Integration von Infinera hören, vor allem zu optischen Hochgeschwindigkeitsnetzen und Chips für datenintensive KI-Anwendungen. Auch die AI-RAN-Partnerschaft mit NVIDIA dürfte Thema werden.
Parallel dazu schärft Nokia sein Portfolio. Die angekündigte Veräußerung des Fixed-Wireless-Access-Geschäfts an Inseego zeigt, dass der Konzern Kapital und Managementaufmerksamkeit stärker auf wachstumsstärkere Infrastrukturfelder lenken will.
Zahlen liefern Rückenwind
Zum Jahresauftakt stieg der Umsatz um 4 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Besonders auffällig war das KI- und Cloud-Geschäft, dessen Erlöse um 49 Prozent zulegten. Genau dort sucht der Markt den Beleg für die neue Nokia-Story.
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Ein freier Cashflow von 629 Millionen Euro gibt dem Konzern finanziellen Spielraum. Das ist wichtig, weil die Integration von Infinera und der Ausbau der KI-Infrastruktur nicht nur strategisch, sondern auch operativ geliefert werden müssen.
Für Network Infrastructure erwartet Nokia nun ein Wachstum von 12 bis 14 Prozent, deutlich mehr als zuvor. Bei Optical und IP Networks liegt die Zielspanne sogar bei 18 bis 20 Prozent. Der Treiber dahinter ist die steigende Nachfrage nach Transportnetzen, die große Datenmengen zwischen Rechenzentren schneller bewegen.
Analysten ziehen nach
Die Neubewertung spiegelt sich auch in den Kurszielen. JPMorgan hob das Ziel von 6,90 auf 12 Euro an und bleibt bei „Overweight“. Argus stufte die Aktie auf „Buy“ hoch und nennt 15 Dollar als Ziel, gestützt auf die Nachfrage nach KI-Netzwerkhardware.
Das institutionelle Interesse zeigt sich im Handel. Zuletzt wechselten 125,8 Millionen Aktien den Besitzer, rund 70 Prozent mehr als im Dreimonatsschnitt.
Auch intern richtet Nokia die Anreize stärker auf den Aktienkurs aus. Nach einem Beschluss der Hauptversammlung wird ein Teil der jährlichen Verwaltungsratsvergütung in Aktien gezahlt.
Der nächste Prüfstein ist der Auftritt in Boston. Wenn Hotard die Infinera-Integration, die NVIDIA-Kooperation und die Nachfrage nach optischen Netzen mit konkreten Fortschritten unterlegt, bleibt die KI-Neubewertung nachvollziehbar. Ohne belastbare Details dürfte der Markt stärker zwischen operativem Fortschritt und bereits weit gelaufener Bewertung unterscheiden.
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