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Nokia Aktie: Aufträge über 1 Milliarde Euro

Nokia verzeichnet ein Umsatzplus von 49 Prozent im KI-Geschäft und hebt die Jahresprognose für Network Infrastructure deutlich an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • KI-Umsatz steigt um 49 Prozent
  • Prognose für Netzinfrastruktur angehoben
  • Operativer Gewinn übertrifft Erwartungen
  • Kooperationen mit NVIDIA und AMD

Nokia erlebt eine Neubewertung, die vor wenigen Quartalen kaum eingepreist war. Der Treiber ist nicht das klassische Mobilfunkgeschäft, sondern Nachfrage aus KI-Rechenzentren und Cloud-Netzen. Das erste Quartal 2026 hat gezeigt, wie stark dieser neue Wachstumspfad inzwischen auf die Zahlen wirkt.

KI-Kunden liefern den Impuls

Im Auftaktquartal stiegen die Nettoumsätze mit KI- und Cloud-Kunden um 49 Prozent. Diese Kundengruppe steht inzwischen für rund 8 Prozent des Konzernumsatzes. Nokia meldete in diesem Bereich neue Aufträge über 1 Milliarde Euro.

Dieser Mix verändert die Wahrnehmung der Aktie. Nokia wird nicht mehr nur als Telekom-Ausrüster gehandelt. Der Markt bewertet zunehmend, ob der Konzern Infrastruktur für datenintensive KI-Anwendungen liefern kann.

Das Management hob den Wachstumsausblick für Network Infrastructure auf 12 bis 14 Prozent an.

Zuvor hatte Nokia nur 6 bis 8 Prozent in Aussicht gestellt. Das ist ein klarer Schritt nach oben.

Das vergleichbare operative Ergebnis legte um 54 Prozent auf 281 Millionen Euro zu. Die Markterwartung lag bei etwa 250 Millionen Euro. Damit hat Nokia nicht nur Wachstum gezeigt, sondern auch operative Hebel.

Partner schärfen das KI-Profil

In Sunnyvale betreibt Nokia ein AI Networking Innovation Lab. Dort entwickelt der Konzern mit NVIDIA, AMD, Lenovo und Supermicro Netzarchitekturen für KI-Rechenzentren. Diese Namen geben der Strategie mehr Gewicht.

Nokia baut auch KI-Funktionen in das Festnetz-Breitbandgeschäft ein. Die sogenannten agentic-AI-Funktionen sollen Netzplanung automatisieren und Kosten für Betreiber senken. Mit SK Telecom will Nokia KI-basierte Glasfaser-Sensorik kommerzialisieren, die Umweltfaktoren für die Netzstabilität überwacht.

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Der Markt zieht mit

Die Börse hat die Story bereits aggressiv eingepreist. Am Mittwoch notiert die Nokia-Aktie bei 14,49 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 160,33 Prozent zu Buche.

Der Kurs liegt nur 2,55 Prozent unter dem jüngsten Jahreshoch. Zur langfristigen Durchschnittslinie beträgt der Abstand 118,80 Prozent. Viel Erwartung steckt also bereits im Kurs.

Analysten liefern Rückendeckung. Morgan Stanley erhöhte das Kursziel von 11 auf 14 Euro und bleibt bei „Overweight“. Deutsche Bank und SEB Equities stuften die Aktie auf „Kaufen“ hoch, weil sie Nokia mehr Chancen im KI-Rechenzentrumsmarkt zutrauen.

Der Derivatemarkt zieht ebenfalls an. KuCoin startete am 28. Mai Nokia-gebundene NOKUSDT-Perpetual-Kontrakte. Binance erweiterte sein Angebot anschließend ebenfalls um entsprechende Instrumente.

Am 2. Juni erreichte das Optionsvolumen 206,61 Kontrakte. Die implizite Volatilität lag bei rund 86,99 Prozent. Das zeigt, wie stark sich die Spekulation inzwischen verbreitert hat.

Rückkäufe geben Spielraum

Bei der Kapitalpolitik bleibt Nokia offensiv. Die Hauptversammlung ermächtigte den Verwaltungsrat am 9. April. Er darf bis zu 550 Millionen Aktien zurückkaufen.

Die Ermächtigung läuft bis zum 8. Oktober 2027. Nokia kann damit Kapital reduzieren oder Verwässerung aus Mitarbeiterprogrammen ausgleichen. Eine Ermächtigung ist noch kein laufender Rückkauf im selben Umfang.

Nach dem starken Lauf zählt nun die Umsetzung. Nokia muss die höhere Zielspanne mit neuen Aufträgen, stabilen Margen und sichtbarem KI-Umsatz unterfüttern. Der nächste Belastungstest liegt damit klar im operativen Geschäft.

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