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Nokia Aktie: 14 Prozent in sieben Tagen

Nokia baut China-Geschäft um und streicht 1.600 Stellen. Restrukturierungskosten steigen auf 800 Mio. Euro, während KI-Cloud-Aufträge das Wachstum treiben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Schließung des Entwicklungszentrums in Hangzhou
  • Restrukturierungskosten steigen auf 800 Mio. Euro
  • KI-Cloud-Segment verdoppelt sich
  • Jahresprognose für operativen Gewinn angehoben

Nokia schließt sein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Hangzhou. Rund 1.600 Arbeitsplätze fallen weg, wie am Wochenende bekannt wurde. Nach Angaben von Branchenmedien könnten weitere Standorte in Beijing, Chengdu, Qingdao und Shanghai von der Restrukturierungswelle betroffen sein.

Die Kürzungen sind Teil eines größeren Umbaus des China-Geschäfts, der binnen zwei Jahren abgeschlossen werden soll. Damit steigen auch die Kosten deutlich: Nokia rechnet inzwischen mit Restrukturierungsaufwendungen von 800 Millionen Euro für 2026, nachdem ursprünglich nur 250 Millionen Euro veranschlagt waren. Bis Ende des Jahres will der Konzern zudem 350 Millionen Euro der geplanten Integrationskosten verbuchen.

KI-Geschäft liefert Gegengewicht

Während der China-Umbau Kosten verursacht, sorgt das Wachstum im KI- und Cloud-Segment für Rückenwind. Im zweiten Quartal stieg der vergleichbare Gewinn je Aktie auf 0,07 Euro von 0,04 Euro im Vorjahr, der Umsatz kletterte auf 4,82 Milliarden Euro von 4,44 Milliarden Euro. Treiber waren Aufträge im Bereich KI und Cloud im Volumen von 2,8 Milliarden Euro, das Segment hat sich mehr als verdoppelt.

Nokia reagierte darauf mit einer angehobenen Jahresprognose: Der vergleichbare operative Gewinn soll 2026 zwischen 2,1 und 2,6 Milliarden Euro liegen, gleichzeitig senkte der Konzern die geplanten Investitionsausgaben auf 800 bis 900 Millionen Euro.

Für das dritte Quartal erwartet das Management ein Umsatzplus von 3 bis 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal, während der Gewinn zunächst stabil bleiben und erst im vierten Quartal wieder anziehen soll.

Ergänzt wird das Wachstumsbild durch die im Juli vorgestellte AI-RAN-Plattform, mit der Nokia nach eigenen Angaben als erster Anbieter der Branche eine kommerzielle Lösung für KI-native Mobilfunknetze auf den Markt bringt.

Insider kaufen, Kurs bleibt volatil

Kurz vor der jüngsten Kursbewegung griffen mehrere Führungskräfte zu: Am 13. August erwarben David Heard und Raghav Sahgal, beide in leitenden Positionen bei Nokia, Aktien zu je 9,0910 Euro. Solche Käufe signalisieren Vertrauen des Managements in die eigene Aktie, auch wenn sie das Gesamtbild nicht dominieren sollten.

Am Aktienmarkt spiegelt sich die Gemengelage aus Chancen und Kosten in einer erratischen Kursentwicklung wider. Der Schlusskurs lag am Montag bei 9,36 Euro, binnen sieben Tagen legte das Papier um 14 Prozent zu, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 67 Prozent zu Buche.

Zum 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, erreicht Anfang Juni, fehlen dennoch 37 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die Aktie trotz der jüngsten Rally noch deutlich unter ihrem bisherigen Jahreshoch notiert.

Auch mögliche regulatorische Weichenstellungen in den USA rücken Nokia ins Blickfeld: Ein diskutiertes Verbot der US-Regulierungsbehörde FCC für neue chinesische optische Transceiver könnte Nachfrage in Rechenzentren zu Anbietern außerhalb Chinas lenken – darunter Nokia.

Zusammen mit der laufenden Dividendenausschüttung von 0,04 Euro je Aktie, deren Zahltag im August lag, zeigt sich ein Konzern im Spagat: Kostendruck in China auf der einen, Wachstumsdynamik im KI-Geschäft auf der anderen Seite.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.