Startseite » News zu Unternehmen » Analystenstimmen » Nokia Aktie: 1 Milliarde für Kapazitätsausbau

Nokia Aktie: 1 Milliarde für Kapazitätsausbau

Nokias Kurs explodiert dank KI-Netzwerkgeschäft, doch Analysten warnen vor überhöhter Bewertung angesichts des kleinen Umsatzanteils.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursplus von 134 Prozent seit Jahresbeginn
  • KI-Cloud-Umsatz wächst um 49 Prozent
  • Analysten sehen Bewertungslücke zum Kurs
  • Altes Mobilfunkgeschäft bremst Neubewertung

Nokia erlebt an der Börse eine Neubewertung, wie sie dem Konzern lange niemand mehr zugetraut hatte. Der Treiber ist nicht das klassische Mobilfunkgeschäft, sondern optische Netzwerktechnik für Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Genau darin liegt der Konflikt: Die Fantasie ist groß, der Umsatzanteil des neuen Wachstumsmotors noch klein.

Am Freitag notiert die Nokia-Aktie bei 13,03 Euro, seit Jahresanfang steht ein Plus von 134,02 Prozent zu Buche. Auf Zwölfmonatssicht hat sich der Kurs um 176,29 Prozent nach oben bewegt.

KI-Geschäft hebt die Bewertung

Die Aktie erreichte zuletzt den höchsten Stand seit 2008. Innerhalb des Stoxx Europe 600 zählt Nokia damit zu den stärksten Titeln des Jahres. Der Markt preist inzwischen deutlich mehr Wachstum ein als noch vor wenigen Monaten.

Besonders sichtbar wird das bei der Bewertung. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Sicht von zwölf Monaten hat sich auf rund das 36-Fache erhöht, nach etwa dem 17-Fachen zu Jahresbeginn. Für einen Konzern, der lange als klassischer Telekom-Ausrüster galt, ist das ein kräftiger Sprung.

Der operative Auslöser ist real. Die Nettoerlöse im KI- und Cloud-Geschäft legten im ersten Quartal 2026 um 49 Prozent zu und machten rund 8 Prozent des Konzernumsatzes aus. Genau diese Relation erklärt, warum die Rallye inzwischen auch skeptische Stimmen auf den Plan ruft.

Nokia selbst hat nach dem starken Jahresauftakt die Erwartungen angehoben. Das Wachstum im Bereich Network Infrastructure soll nun bei 12 bis 14 Prozent liegen. Für Optical und IP Networks stellt der Konzern 18 bis 20 Prozent in Aussicht.

Analysten ziehen nach, aber nicht geschlossen

Morgan Stanley bleibt konstruktiv. Analyst Terence Tsui erhöhte das Kursziel für Nokia von 11 auf 14 Euro und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Damit würdigt die Bank vor allem die bessere Positionierung in optischen Netzwerken.

CFRA ging noch einen Schritt weiter. Das Haus stufte die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöhte das Ziel auf 16 Dollar. Die Begründung: Nokia werde zunehmend eher wie ein Anbieter für optische Netzwerke und KI-Infrastruktur bewertet, nicht mehr nur wie ein traditioneller Telekom-Ausrüster.

Der breitere Analystenkonsens bleibt zurückhaltender. Das durchschnittliche Kursziel liegt weiter 25 Prozent unter dem aktuellen Börsenpreis, weniger als die Hälfte der von Bloomberg erfassten Analysten empfiehlt die Aktie zum Kauf. Kein Wunder, dass die Bewertungsfrage lauter wird.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nokia?

UBS nähert sich dem Konzern deshalb über eine Sum-of-the-Parts-Betrachtung. Die Logik: Investoren dürften KI-nahe Netzwerkaktivitäten nicht mit demselben Bewertungsmultiple versehen wie langsamere Teile des Geschäfts.

Altes Geschäft bremst weiter

Der schnelle Kursanstieg verdeckt, dass Nokia kein reiner KI-Infrastrukturwert ist. Das Mobilfunknetzgeschäft steht weiterhin für mehr als die Hälfte des Umsatzes. Es wächst seit Jahren nur mühsam, auch weil Telekomkonzerne weniger investieren und wichtige Aufträge in den USA verloren gingen.

Dazu kommt die Margenfrage. Das klassische Mobile-Networks-Geschäft verdient weniger attraktiv als die KI-nahen Segmente. Solange dieser Bereich groß bleibt, begrenzt er die Geschwindigkeit einer möglichen Neubewertung.

BNP-Paribas-Analyst Jakob Bluestone brachte die Spannung treffend auf den Punkt. Nokias Erfolg bei Cloud-Anbietern habe die Idee befeuert, im Konzern steckten eine „Mini-Arista“ und eine „Mini-Ciena“. Zugleich sei „das alte Nokia nicht verschwunden“.

Kapazitätsausbau und Insiderkauf

Nokia investiert bereits in die nächste Wachstumsphase. Die Investitionsprognose wurde auf bis zu 1 Milliarde Euro angehoben, um die Fertigungskapazitäten für optische Netzwerktechnik auszubauen. Im Mai eröffnete der Konzern in Sunnyvale ein AI Networking Innovation Lab mit Partnern wie AMD, Lenovo, Supermicro und Keysight.

Auch eine Managertransaktion fällt in diese Phase. Eine Meldung vom 26. Mai 2026 weist den Kauf von 37.405 Aktien durch Konstanty Owczarek aus, der als weiterer Senior Manager geführt wird. Der volumengewichtete Durchschnittspreis lag bei 15,9878 Dollar an der New York Stock Exchange.

Der Kurs hat sich nach dem jüngsten Hoch etwas beruhigt. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 14,14 Euro und wurde am 26. Mai 2026 erreicht. Der aktuelle Abstand beträgt 7,85 Prozent.

Juli wird zum Realitätstest

Nokia spricht inzwischen von rund zehn Kunden, die öffentlich Zusagen für AI-RAN-Arbeiten gemacht haben. Größere Tests sollen später im Jahr 2026 folgen. Damit rücken Auftragseingänge, Auslieferungstempo und Ausgaben der Hyperscaler stärker in den Mittelpunkt.

Der nächste harte Prüfpunkt steht im Juli an, wenn Nokia die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorlegt. Dann zählt vor allem, ob Network Infrastructure sowie Optical und IP Networks die erhöhten Wachstumsziele stützen können — und ob aus der KI-Fantasie mehr planbarer Umsatz wird.

Anzeige

Nokia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nokia-Analyse vom 29. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Nokia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nokia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nokia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Nokia

Nokia Chart