Nokia trennt sich von seinem Geschäft mit Festnetz-Funkzugang-Endgeräten. Käufer ist das US-Unternehmen Inseego. Der Deal markiert einen klaren Strategiewechsel: weg vom margenschwachen Hardware-Geschäft, hin zur Netzinfrastruktur für das KI-Zeitalter.
Dealstruktur: Nokia wird Inseego-Aktionär
Inseego übernimmt Nokias FWA-CPE-Sparte, die einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Dollar erwirtschaftet. Die Gegenleistung besteht aus 15 Millionen Dollar in Inseego-Aktien und Warrants im Wert von 5 Millionen Dollar. Nokia investiert zusätzlich 10 Millionen Dollar direkt in Inseego und hält danach rund elf Prozent an dem Unternehmen.
Nokia stützt das übernommene Geschäft im ersten Jahr mit bis zu 38 Millionen Dollar EBITDA-Garantie. In den folgenden 24 Monaten teilt Inseego einen Teil seiner EBITDA-Gewinne mit Nokia. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.
Für Nokia selbst ist die Transaktion finanziell nicht wesentlich.
Fokus auf KI-Infrastruktur
Nokia hatte im November vergangenen Jahres eine neue Strategie vorgestellt. Ziel: Konzentration auf die Infrastruktur, die den KI-Hochlauf der Netzbetreiber trägt. Nicht strategiekonforme Einheiten wanderten in das Segment „Portfolio Businesses“ — mit klarem Verkaufsauftrag.
Die FWA-CPE-Sparte passt nicht in dieses Bild. Hardwareintensiv, margenschwach, kapitalgebunden. Nokia behält über seine Inseego-Beteiligung dennoch Zugang zum FWA-Markt.
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Die kommerzielle Zusammenarbeit läuft weiter. Beide Unternehmen planen gemeinsame Initiativen in den Bereichen 6G, Wireless Edge und 5G-Monetarisierung.
Wachstumsziele und Dividende
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Nokia ein Umsatzwachstum im Segment Netzinfrastruktur von zwölf bis 14 Prozent. Die Bereiche Optical Networks und IP Networks sollen zusammen sogar 18 bis 20 Prozent zulegen. Nokia erhöht dafür seine Investitionen in Optical Networks.
Hinzu kommt ein kurzfristiger Katalysator für Aktionäre: Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 wird am 7. Mai 2026 ausgezahlt. Der Stichtag war der 28. April. Nach dieser Ausschüttung verbleibt dem Vorstand noch ein Ausschüttungsspielraum von maximal 0,10 Euro je Aktie im Rahmen der Hauptversammlungsermächtigung vom 9. April 2026.
Marktreaktion
Der Markt reagierte positiv. Nokia-Aktien stiegen am Freitag um knapp sechs Prozent auf 13,64 Dollar. Inseego legte ähnlich stark zu. Das Analysehaus Counterpoint Research erwartet, dass der Deal Inseegos Umsatz nahezu verdoppelt und dessen Position im globalen Markt für drahtlosen Breitbandzugang stärkt.
Nokia liefert damit auf zwei Ebenen gleichzeitig: Die Portfoliobereinigung schreitet voran, und die Wachstumsziele für die verbleibenden Kernsegmente sind ambitioniert. Ob das Wachstumstempo im zweiten Halbjahr hält, wird spätestens mit den Quartalszahlen für Q3 2026 messbar.
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