Der chinesische Elektroautobauer Nio treibt die Erweiterung seines Ladenetzes mit neuen technischen Ansätzen voran. Am 23. September nahm das Unternehmen in Xinjiang seine erste vollständig solarbetriebene Batteriewechselstation in Betrieb. Die Anlage an der Raststätte Xingxingxia agiert medienberichten zufolge komplett unabhängig vom örtlichen Stromnetz und koppelt eigene Solarpaneele direkt mit Energiespeichern.
Dieser Vorstoß verdeutlicht die Strategie des Konzerns, den Service abseits der großen Ballungsräume zu etablieren. Vor allem in entlegenen Regionen soll die dezentrale Stromerzeugung den Betrieb sicherstellen. Das unternehmenseigene Netz für Batteriewechsel gilt seit Jahren als technisches Aushängeschild, verursacht allerdings anhaltend hohe Investitionskosten.
Strategische Partnerschaft mit Geely
Um die finanzielle Last des Infrastrukturausbaus zu verteilen, bindet der Konzern externe Partner ein. Am Sonntag schlossen Nio und die Geely Holding Group verbindliche Vereinbarungen für eine weitreichende Transaktion im Lade- und Tauschgeschäft ab. Eine Tochtergesellschaft von Geely bringt ihre vollständige Beteiligung an Yiyi Internet Technology sowie 640 Millionen RMB in bar ein.
Im Gegenzug zeichnet Geely neu ausgegebene Anteile an der Infrastruktursparte Nio Power und sichert sich damit eine Quote von 30,0 Prozent. Die Kontrolle verbleibt derweil bei Nio China mit einem Mehrheitsanteil von 63,6 Prozent. Der Vollzug der Vereinbarungen steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen sowie marktüblicher Abschlussbedingungen.
Hohe Stückzahlen und technischer Rückruf
Das operative Geschäft verzeichnete parallel dazu spürbare Zuwächse beim Fahrzeugabsatz. Gestern meldete das Unternehmen für den September 37.408 ausgelieferte Fahrzeuge, was einem Anstieg von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Über die ersten drei Quartale summierten sich die Auslieferungen auf 300.301 Einheiten.
Dämpfer gab es hingegen bei der neuen Einstiegsmarke. Die Tochtergesellschaft in Anhui rief am 18. September insgesamt 686 Fahrzeuge des Modells Firefly zurück, die zwischen dem 20. März und 2. April gefertigt wurden. Behördenangaben zufolge drohten Signalstörungen an einem Lenksäulensensor die Lenkkraftunterstützung zu beeinträchtigen. Die Werkstätten überprüfen die betroffenen Fahrzeuge und tauschen Bauteile kostenfrei aus.
Aktie verharrt nahe dem Jahrestief
An den Finanzmärkten sorgten die Meldungen bisher für keine nachhaltige Trendwende. Im gestrigen Handel schloss das Papier bei 3,03 Euro.
Damit notiert der Titel lediglich 2,4 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus im Kurs auf 36 Prozent. Die Skepsis vieler Marktteilnehmer hinsichtlich des hohen Kapitalbedarfs für das Stationsnetz überwiegt die operativen Fortschritte weiterhin.
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