Nintendo hat eine turbulente Börsenwoche hinter sich. Der Aktienkurs des japanischen Spielekonzerns notiert nahe seinem Mehrjahrestief. Dabei verkauft sich die aktuelle Konsole so gut wie kaum eine andere in der Geschichte des US-Marktes. Das Problem: steigende Komponentenpreise fressen die Margen auf.
Zum Wochenschluss fiel die Nintendo-Aktie auf 36,10 Euro. Das Minus seit Jahresbeginn beträgt knapp 38 Prozent. Vom Rekordhoch bei über 85 Euro aus dem August 2025 hat sich der Kurs mehr als halbiert. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 55,60 Euro — die Aktie notiert satte 35 Prozent darunter.
Chef räumt Kursverfall ein – Gehaltserhöhung soll Talente halten
Präsident Shuntaro Furukawa gestand auf der Hauptversammlung die schwache Aktienperformance ein. Er versprach, das Management werde durch operative Ergebnisse überzeugen. Um im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen, erhöht Nintendo die Grundgehälter um zehn Prozent.
Parallel dazu kündigte der Konzern die Ausgabe von 44.500 eigenen Aktien an. Sie dienen als aktienbasierte Vergütung für sechs Vorstände und sieben Führungskräfte. Der Ausgabepreis orientiert sich am Börsenschlusskurs Ende Juni in Tokio.
Starke Verkaufszahlen – aber die Kosten laufen davon
Die US-Marktforschung Circana bescheinigt der Switch 2 einen Rekordstart. Fast 5,9 Millionen Exemplare verkaufte Nintendo in den ersten zwölf Monaten in den USA. Nur der Game Boy Advance war damals noch schneller. Die Switch 2 ist das meistverkaufte System — in Stückzahlen wie in Dollarumsätzen.
Doch diese Erfolgsmeldung hat einen Haken. Nintendo kündigte eine Preiserhöhung für den US-Markt an. Rund 500 Dollar soll die Konsole künftig kosten. Grund sind explodierende Preise für Speicherchips. DRAM-Bausteine verteuerten sich im ersten Quartal 2026 um fast 100 Prozent. Weitere Steigerungen zeichnen sich ab.
Der sogenannte Chip Crunch trifft die gesamte Branche. Auch Microsoft und Apple haben Preiserhöhungen angekündigt oder bereits durchgesetzt. Für Nintendo kommt der Kostendruck zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt: mitten im Produktlebenszyklus der neuen Konsole.
Technische Signale deuten auf weitere Schwäche
Der RSI liegt bei 33,9 Punkten und damit nah an der überverkauften Zone. Dennoch trennen den Aktienkurs nur gut ein Prozent vom 52-Wochen-Tief bei 35,63 Euro. Die 50-Tage-Linie bei 39,98 Euro fungiert als nächster Widerstand. Deutlich entfernt bleibt die 200-Tage-Linie bei 55,60 Euro. Dazwischen liegt eine strukturelle Lücke, die sich kaum von heute auf morgen schließen dürfte.
Am 3. Juli beginnt die Auslieferung der Switch 2 in Südkorea und weiteren asiatischen Märkten. Dort werden die ersten Preissignale für Europa erwartet. Bleibt die Teuerung aus, könnten die Margen zusätzlich unter Druck geraten. Für Nintendo wird es darauf ankommen, die Kostensteigerungen einzupreisen ohne die Nachfrage abzuwürgen.
Nintendo-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nintendo-Analyse vom 27. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Nintendo-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nintendo-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nintendo: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
