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Nikkei 225: Wall-Street-Rally verpufft

Der japanische Leitindex fällt trotz positiver US-Vorgaben um 1,15 Prozent. Schwache Schwergewichte und ein starker Yen belasten die Stimmung in Tokio.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Index verliert 733 Punkte
  • Wall-Street-Rally verpufft wirkungslos
  • SoftBank und Finanzwerte rutschen ab
  • Yen bleibt im unteren 157er-Bereich

Kräftige Kursgewinne an der Wall Street, ein einbrechender Ölpreis, entspannte Nachrichten aus dem Nahen Osten — eigentlich beste Voraussetzungen für einen freundlichen Handelstag in Tokio. Trotzdem rutschte der Nikkei 225 am Dienstag deutlich ins Minus. Die Diskrepanz zwischen den positiven Vorgaben und der heimischen Reaktion wirft ein Schlaglicht darauf, wie nervös der japanische Markt derzeit auf Index-Schwergewichte und Technologiewerte reagiert.

Freundlicher Start, schneller Rückzieher

Der Index eröffnete zunächst im Plus und kletterte bis auf 64.240,50 Punkte. Danach drehte die Stimmung: Am Ende stand ein Minus von 733,54 Punkten oder 1,15 Prozent bei 63.021,36 Zählern. Damit setzte sich der Abwärtstrend vom Vortag fort, als der Nikkei bereits 607,12 Punkte beziehungsweise 0,94 Prozent verloren hatte — und damit die zuvor an zwei Tagen aufgebaute Rally von rund 2.900 Punkten wieder ein Stück weit abgab.

Dabei hatte die Wall Street in der Nacht zuvor kräftig zugelegt. Dow, Nasdaq und S&P 500 verzeichneten deutliche Gewinne, nachdem der Ölpreis wegen nachlassender Sorgen um eine Eskalation im Nahen Osten regelrecht eingebrochen war. West Texas Intermediate verlor rund 5,6 Prozent auf 79,90 Dollar je Barrel, nachdem ein angekündigter US-Angriff auf den Iran ausblieb.

Schwergewichte unter Druck

In Tokio half das wenig. SoftBank Group verlor mehr als 4 Prozent, Mitsubishi UFJ Financial rutschte fast 3 Prozent ab, Fast Retailing gab knapp 2 Prozent nach. Besonders auffällig: NH Foods brach um fast 9 Prozent ein, Yamato Holdings verlor mehr als 5 Prozent und Isuzu Motors büßte über 4 Prozent ein.

Gegenläufig zeigten sich einige Werte aus dem Elektronik- und Halbleiterumfeld. Furukawa Electric sprang um mehr als 8 Prozent, Nippon Electric Glass legte knapp 6 Prozent zu. Der Yen notierte derweil im unteren 157er-Bereich zum Dollar.

Zusätzlichen Gesprächsstoff lieferten Daten der Bank of Japan: Die Geldbasis schrumpfte im Juli um 13,8 Prozent zum Vorjahr auf 554,925 Billionen Yen — stärker als die erwarteten 13,0 Prozent Rückgang. Für die kommenden Tage bleibt entscheidend, ob sich die Schwäche bei Bankwerten und Exporteuren fortsetzt oder ob der Markt an die unterbrochene Erholung anknüpfen kann.

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Diskussion zu Nikkei 225

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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