Ein abruptes Ende der Waffenruhe zwischen den USA und Iran erschüttert die asiatischen Märkte. Der Nikkei 225 verzeichnete am Mittwoch den dritten Verlusttag in Folge. Der Leitindex fiel um deutliche 2,11 Prozent auf 66.819 Punkte.
Geopolitik und Zinsen belasten
US-Präsident Trump erklärte das Abkommen mit Teheran auf dem NATO-Gipfel für beendet. Kurz darauf starteten amerikanische Streitkräfte Luftschläge gegen über 80 Ziele. Die Folge: Ölpreise schossen in die Höhe. Brent-Rohöl verteuerte sich um gut sieben Prozent auf fast 80 Dollar pro Barrel.
Parallel dazu wächst der Druck am japanischen Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen kletterte auf 2,87 Prozent. Das markiert ein 30-Jahres-Hoch. Der Yen rutschte derweil auf 162,45 zum US-Dollar ab. Die Sorge vor einer strafferen Geldpolitik der Zentralbank nimmt spürbar zu.
Chip-Werte brechen ein
Der Ausverkauf traf besonders den Technologiesektor hart. Investoren trennten sich massiv von Halbleiter- und KI-Aktien. Der Volatilitätsindex des Nikkei sprang um über 26 Prozent an.
Zu den größten Verlierern zählten:
* Kioxia: -11 Prozent (Test der 70.000-Yen-Marke)
* Taiyo Yuden: -11 Prozent
* Murata Manufacturing: -10 Prozent
* Tokyo Electron: belastete den Index mit minus 146 Punkten
Auf der Gewinnerseite standen Rohstoff- und Bankwerte. Höhere Zinsen stützen die Gewinnaussichten der Finanzinstitute. Papiere der Mitsubishi UFJ Financial Group notieren nahe ihrem Allzeithoch. Auch defensive Titel wie KDDI zeigten sich robust.
Chartbild trübt sich ein
Der Kursverfall hinterlässt Spuren im Chart. Der Nikkei rutschte massiv unter die 25-Tage-Linie. Diese diente zuvor als verlässliche Unterstützung. Aktuell steht die Marke von 67.000 Punkten als neuer Widerstand im Weg. Charttechniker blicken nun auf die Haltezone bei 66.000 Zählern.
Trotz der aktuellen Schwäche bleibt das langfristige Bild stark. Auf Jahressicht verbucht das Barometer noch immer ein massives Plus. Erst vor wenigen Wochen markierte der Index ein 52-Wochen-Hoch bei 72.831 Punkten. Davon ist er nun gut acht Prozent entfernt.
Der weitere Kursverlauf hängt stark vom US-Markt ab. Südkoreas KOSPI verlor regional bereits über fünf Prozent und erzwang einen Handelsstopp. In den kommenden Tagen rücken die Protokolle der US-Notenbank in den Fokus. Signalisieren die Notenbanker dort eine anhaltend straffe Zinspolitik, dürfte der Verkaufsdruck an Asiens Börsen anhalten.
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