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Nikkei 225: 1.631-Punkte-Sprung verpufft

Der japanische Leitindex gab nach einem fulminanten Start deutlich nach. Technologiewerte und ETF-Effekte prägten den Handelstag.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Frühes Rekordhoch schnell wieder abgebaut
  • Drei Tech-Aktien trieben Kursgewinne
  • ETF-Dividenden belasteten Nachmittagshandel
  • Fokus auf SK Hynix Nasdaq-Debüt

Plus 1.631 Punkte am Morgen, am Ende nur noch die Hälfte übrig. Der Nikkei 225 zeigte am Freitag, wie schnell Euphorie an der Börse verpuffen kann. Der japanische Leitindex schloss bei 68.557,73 Punkten, ein Plus von 1,20 Prozent oder 813,88 Punkten gegenüber dem Vortag. Der eigentliche Verlauf des Handelstags war weit dramatischer, als es die Schlusszahl vermuten lässt.

Ein Rekordsprung, der zerbröckelte

Der Handelstag begann furios. Der Nikkei kletterte bis auf 69.374 Punkte, ein Plus von 1.631 Yen gegenüber dem Vortagesschluss. Rückenwind kam von einer starken Rally des südkoreanischen KOSPI und von Äußerungen der japanischen Finanzministerin Satsuki Katayama zur Stärkung heimischer Investitionen.

Im Vormittagshandel schloss der Index bereits bei rund 68.944 Punkten. Bemerkenswert dabei: Nur drei Titel trugen den Löwenanteil des Anstiegs. SoftBank Group, Tokyo Electron und Advantest steuerten zusammen etwa 1.000 Punkte bei.

Am Nachmittag kippte die Stimmung. Vorsicht wegen Rücknahmeverkäufen im Zusammenhang mit ETF-Dividendenausschüttungen bremste die Käufer spürbar. Am Mittag notierte der Index laut Echtzeit-Berichten noch rund 1.060 Punkte über dem Vortagesschluss bei etwa 68.800 Punkten, bevor er zum Handelsschluss um 15 Uhr Tokioter Zeit weiter nachgab. Zusätzlicher Druck kam von Spekulationen rund um das geplante US-Listing des südkoreanischen Speicherchip-Riesen SK Hynix.

Der breiter gefasste TOPIX schloss bei 4.036,08 Punkten, ein Plus von 15,71 Punkten oder 0,39 Prozent. Der Prime Market Index der Tokioter Börse legte ebenfalls um 0,39 Prozent auf 2.081,77 Punkte zu.

Schwache Marktbreite trotz starker Überschrift

Die Kursgewinne täuschen über die eigentliche Marktverfassung hinweg. Zwar übertrafen Gewinner die Verlierer an der Tokioter Prime-Börse zahlenmäßig. Allerdings fielen 21 von 33 Branchensektoren – ein deutliches Zeichen für fehlende Breite unter der Oberfläche.

Technologie- und Halbleiterwerte trieben den Großteil des Punktegewinns. Kioxia Holdings, SoftBank Group, Murata Manufacturing, Tokyo Electron und Advantest führten die Avancen an. Am Devisenmarkt notierte der Dollar-Yen-Kurs am Nachmittag bei rund 161,50 – ein Niveau, das Exportwerte weiter stützt.

Kohei Onishi, Stratege bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities, brachte die Gemengelage auf den Punkt: Spekulationen um Rücknahmeverkäufe im Zusammenhang mit dem ADR-Listing von SK Hynix und den ETF-Dividendenausschüttungen hätten den Markt „schwer lesbar“ gemacht.

Charttechnik zeigt Widerstand

Nach dem Rückschlag vom Tageshoch rückt der charttechnische Widerstand in den Fokus. Steigende japanische Langfristzinsen und der 25-Tage-Durchschnitt bei etwa 68.600 Punkten gelten als nahe Widerstandsmarken. Das dämpft kurzfristig weiteres Aufwärtspotenzial.

Der Index bleibt trotz der jüngsten Gewinne deutlich unter seinem Allzeithoch. Das intraday erreichte Rekordniveau von 72.831,73 Punkten vom 22. Juni bleibt außer Reichweite – aktuell liegt der Nikkei rund 5,9 Prozent darunter. Der Blick auf die längere Frist relativiert die jüngste Nervosität: Auf Monatssicht steht ein Plus von knapp 6,8 Prozent, auf Jahressicht sogar ein Zuwachs von fast 73 Prozent. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei rund 35 Prozent – ein Wert, der die Ausschläge der vergangenen Handelstage unterstreicht.

Der Blick richtet sich auf SK Hynix

Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer wandert nun zum Nasdaq-Debüt von SK Hynix, das für Freitag, den 10. Juli, angesetzt ist. Das Listing gilt als wichtiger Stimmungstest für das Interesse an Halbleiter- und Speicherchip-Werten weltweit.

Onishi mahnt zur Zurückhaltung. Anleger müssten erst abwarten, ob das Investitionstempo der großen US-Technologiekonzerne anhält, wenn diese im Laufe des Monats ihre Zahlen vorlegen. Seine Einschätzung: Der Markt dürfte vorerst in einer Plateau-Phase um die 70.000-Punkte-Marke verharren.

Belastend könnte laut Onishi auch in der kommenden Woche der technische Druck durch ETF-Rücknahmeverkäufe bleiben. Ob der Index die Widerstandszone bei 68.600 Punkten halten kann oder nach dem heftigen Kehrtwenden-Tag erneute Gewinnmitnahmen drohen, entscheidet sich in den nächsten Handelstagen.

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