Während drei der größten US-Banken Nike nach den jüngsten Quartalszahlen herabstufen, kaufen große institutionelle Investoren die Aktie auf historisch niedrigen Niveaus. Ein klassischer Widerspruch — und er sagt viel über den Zustand des Sportartikelriesen aus.
Großinvestoren greifen zu
Die jüngsten 13F-Meldungen bei der US-Börsenaufsicht SEC zeigen eine auffällige Häufung von Zukäufen. Pictet Asset Management erhöhte seine Position im vierten Quartal um 41 Prozent auf rund 1,7 Millionen Aktien. Das Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch stockte um knapp 30 Prozent auf über 12,7 Millionen Aktien auf.
Vanguard, ohnehin schon einer der größten Anteilseigner, baute seine Beteiligung um 1,5 Prozent aus und hält nun Aktien im Wert von rund 7,5 Milliarden Dollar. Auch Insider zeigen Überzeugung: In den vergangenen drei Monaten übertrafen Käufe durch das Management mit 3,7 Millionen Dollar die Verkäufe von 0,6 Millionen Dollar deutlich.
Zahlen, die erklären, warum der Kurs so tief liegt
Der Grund für die Schnäppchenjäger-Stimmung ist offensichtlich. Die Nike-Aktie notiert bei 38,43 Euro und damit rund 44 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 68,37 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Titel fast 29 Prozent verloren.
Die Fundamentaldaten liefern die Erklärung. Im dritten Geschäftsquartal 2026 stagnierte der Umsatz bei 11,3 Milliarden Dollar, währungsbereinigt sank er um 3 Prozent. Die Bruttomarge fiel auf 40,2 Prozent, der Nettogewinn brach um 86 Prozent ein. Höhere US-Importzölle belasten die Kostenstruktur zusätzlich: Das Management bezifferte den Mehraufwand auf 1,5 Milliarden Dollar.
Lichtblicke gibt es dennoch. Das Laufsegment wuchs im Quartal um mehr als 20 Prozent, und im globalen Fußball baut Nike vor der Weltmeisterschaft 2026 Schwung auf.
Wall Street bleibt skeptisch
Goldman Sachs, JPMorgan und Bank of America stuften die Aktie nach den Quartalszahlen alle herab. JPMorgan-Analyst Matthew Boss senkte sein Kursziel von 86 auf 52 Dollar und erwartet nun, dass Nike seine angestrebte operative Marge von 10 Prozent erst im Geschäftsjahr 2029 erreicht — ein Jahr später als bisher angenommen. Seine Gewinnschätzung für 2027 liegt 28 Prozent unter dem Marktkonsens.
Hinzu kommt eine strukturelle Frage rund um die Dividende: Nike hat die Ausschüttung 25 Jahre in Folge erhöht und zahlt aktuell 1,64 Dollar je Aktie. Bei einer Ausschüttungsquote von über 100 Prozent übersteigt die Dividende jedoch den Gewinn — Spielraum für Reinvestitionen in den Turnaround bleibt damit kaum.
Das Restrukturierungsprogramm „Win Now“ soll Ende 2026 abgeschlossen sein. Im Herbst plant Nike einen Investor Day auf seinem Campus in Beaverton, Oregon, bei dem das Management erstmals einen konkreten mittelfristigen Finanzplan vorlegen will. Dieser Termin dürfte zeigen, ob die institutionellen Käufer von heute recht behalten.
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