Welche Perspektiven bleiben einem Branchenprimus, wenn sportliche Aushängeschilder abwandern und zugleich das institutionelle Vertrauen schwindet? Der Sportartikelhersteller geriet zum Ende der Handelswoche von mehreren Seiten unter Druck. Am gestrigen Freitag schloss das Papier im deutschen Handel bei 30,94 Euro, was einem Tagesverlust von 2,4 Prozent entspricht.
Prominenter Abgang und Index-Rückschlag
Den schwersten symbolischen Dämpfer brachte das Ende einer langjährigen Partnerschaft. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, beendete Fußballstar Kylian Mbappé gestern seine zwei Jahrzehnte währende Zusammenarbeit mit Nike und wechselte zur Konkurrenzmarke On. Finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung blieben ungenannt, doch umfasst der Vertrag laut On sowohl Barzahlungen als auch Eigenkapitalanteile.
Parallel dazu verliert der Konzern an den Kapitalmärkten an Gewicht. S&P Dow Jones Indices kündigte am Donnerstag an, Nike vor Handelsbeginn am 21. September aus dem Auswahlindex S&P 100 zu streichen. Damit endet eine 18 Jahre andauernde Zugehörigkeit. Der Rauswurf verstärkt laut Reuters zugleich die Aufmerksamkeit hinsichtlich eines möglichen Ausscheidens aus dem traditionsreichen Dow Jones Industrial Average.
Gedämpfte Erwartungen vor dem Zwischenbericht
Die operative Trendwende lässt unterdessen weiter auf sich warten. Analyst Jay Sole von der Schweizer Großbank UBS warnte am Donnerstag vor den bevorstehenden Erstquartalszahlen. Für die zurückliegende Dreimonatsperiode drohe ein Gewinn je Aktie, der um 0,05 Dollar unter den Markterwartungen liege.
Auch für das darauffolgende Quartal zeichnet das Analysehaus ein verhaltenes Bild. Während der Marktkonsens für das zweite Geschäftsquartal einen Gewinn von 0,53 Dollar je Aktie erwartet, prognostizierte Sole lediglich ein Ergebnis in einer Spanne von 0,31 bis 0,43 Dollar.
Für Marktbeobachter vergrößert sich damit die Ungewissheit im Vorfeld des anstehenden Finanzberichts. Sollten sich die schwächeren Kennziffern bewahrheiten, droht sich die Skepsis der Investoren weiter zu verfestigen. Die erhoffte schnelle Erholung des operativen Geschäfts stünde damit vor weiteren Hürden.
Beilegter Patentstreit und anstehende Geschäftszahlen
Immerhin an einer juristischen Front herrscht mittlerweile Klarheit. Ein Patentstreit mit Lululemon um das Trainingssystem Mirror vor einem Bundesgericht in Manhattan wurde am Donnerstag endgültig zu den Akten gelegt. Beide Parteien einigten sich auf eine Einstellung des Verfahrens. Zuvor hatten am 9. September mehrere Führungskräfte des Unternehmens über vorab vereinbarte Handelspläne eigene Aktienpakete zu je 37,59 Dollar veräußert.
Am 1. Oktober legt das Unternehmen die offiziellen Resultate für das Ende August abgeschlossene Geschäftsquartal vor. Bis zu diesem Termin spiegelt der bisherige Jahresverlauf die anhaltende Zurückhaltung wider: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 41 Prozent. Der anstehende Zwischenbericht muss aufzeigen, wie die Führung dem Gegenwind auf Produkt- und Vertriebsebene begegnen will.
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