Nike stellt seine regionale Führung neu auf und treibt damit die eigene „Sport Offense“-Strategie voran. Im Fokus stehen vor allem die wichtigen Wachstumsregionen EMEA, China sowie Asien-Pazifik und Lateinamerika. Parallel dazu bekräftigt ein großer Broker sein positives Votum, während Bewertung und Chartbild ein gemischtes Bild zeichnen.
Umbau in den Kernregionen
Ab Anfang Februar übernimmt César Garcia die Rolle des VP/GM für die Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) und folgt damit auf Carl Grebert.
In Asien kommt es gleich zu mehreren Wechseln:
– Cathy Sparks löst Angela Dong als VP/GM für Greater China ab.
– Cristin Campbell wird zur Interim-VP/GM für die Region Asia Pacific & Latin America (APLA) ernannt.
CEO Elliott Hill zielt mit diesen Personalentscheidungen darauf ab, Strukturen zu verschlanken und Marktanteile in den wachstumsstarken Regionen zurückzugewinnen. Die unmittelbare Reaktion der Börse fiel verhalten aus, die Aktie bewegte sich im nachbörslichen Handel kaum und tendierte leicht schwächer.
Analystenstimme: RBC bleibt optimistisch
Trotz der jüngsten Kursschwäche bleibt die Unterstützung von institutioneller Seite sichtbar. RBC Capital Markets hat heute seine Kaufempfehlung für die Nike-Aktie bestätigt und das Kursziel bei 78 US-Dollar belassen. Ausgehend vom aktuellen Niveau entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 22 %.
Der positive Ansatz von RBC steht im Kontrast zur jüngsten Kursentwicklung:
- Aktueller Kurs: ca. 63,61 US-Dollar
- 7-Tage-Performance: rund -4,0 %
- Seit Jahresbeginn: leicht positiv (+0,6 %)
- RBC-Kursziel: 78,00 US-Dollar
Die deutliche Lücke zwischen Kursziel und aktuellem Börsenkurs deutet darauf hin, dass einige Marktteilnehmer die laufenden Restrukturierungs- und Turnaround-Maßnahmen unter CEO Hill zu zurückhaltend einpreisen.
Bewertung und Dividendenfantasie
Auf Basis klassischer Bewertungskennzahlen wirkt die Aktie anspruchsvoll. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 37,3 und damit klar über dem Durchschnitt vergleichbarer Luxus- und Konsumwerte von rund 20.
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Nach Discounted-Cashflow-Modellen einiger Finanzplattformen könnte die Aktie um knapp 19 % über ihrem geschätzten fairen Wert liegen. Demnach läge der innere Wert näher bei etwa 53,30 US-Dollar.
Ein möglicher Kurstreiber liegt jedoch in der Dividendenpolitik. Sollte Nike die Ausschüttung auch in diesem Jahr anheben, würde der Konzern die Kriterien für die Aufnahme in den „Dividend Aristocrats“-Index erfüllen – also S&P-500-Unternehmen, die ihre Dividende seit 25 Jahren in Folge erhöht haben. Eine solche Aufnahme zieht erfahrungsgemäß zusätzliche Nachfrage von Dividenden- und Indexfonds nach sich und kann den Kurs nach unten absichern.
Insiderkäufe als Signal
Neben Analystenkommentaren sorgt auch die Aktivität des Managements für Aufmerksamkeit. CEO Elliott Hill hat zuletzt über 16.000 Aktien zugekauft. Solche Käufe aus dem Top-Management werden häufig als Zeichen gewertet, dass intern Vertrauen in die langfristige Entwicklung besteht.
Der Insiderkauf passt zu den deutlich sichtbaren Veränderungen in der regionalen Führungsstruktur und unterstreicht, dass das Management die Erfolgschancen des eingeschlagenen Kurses offenbar positiv einschätzt.
Technische Ausgangslage bleibt schwierig
Aus technischer Sicht befindet sich die Aktie weiter in einer angespannten Situation. Der Kurs liegt unter der 200-Tage-Linie von rund 69,28 US-Dollar und damit formal im langfristigen Abwärtstrend. Der jüngste Rückfall unter die Marke von 65 US-Dollar hat den Druck erhöht und die nächste Unterstützungszone um 63 US-Dollar in den Vordergrund gerückt.
Auffällig ist die erhöhte Handelsaktivität auf dem jüngsten Abwärtsmove: Mit über 20 Millionen gehandelten Aktien war das Volumen deutlich über dem Durchschnitt, was auf fortgesetzte Abgaben größerer Adressen schließen lässt.
In den kommenden Tagen steht insbesondere die Zone um 63 US-Dollar im Fokus: Hält diese Unterstützung, bleibt die Chance auf eine Gegenbewegung in Richtung 65 US-Dollar und damit auf eine Entschärfung des kurzfristig negativen Trends. Ein klarer Bruch nach unten würde hingegen den Weg für weitere Kursrückgänge öffnen und das technische Bild zusätzlich belasten.
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